Mehr Wirtschaftswachstum! Bedrohlich für den Planeten. Und besonders für uns!

Wir sind die „uns“ – also Sie, ich, die Bewohner Deutschlands, aber auch jene Bewohner der industriell hochentwickelten Länder – also alle in Europa, Rußland, Nordamerika, China etc.: Wir vor allem sind schuld daran, dass es unserem schönen, blauen Planeten immer schlechter geht. Wir betreiben seine Ausbeutung – schlimmer denn je. Heuer fiel der German Overshot Day – der Erderschöpfungstag für Deutschland – bereits auf den 5. Mai laut Berechnungen des „Global Footprint Network“. Und das heißt: Wir Deutschen haben an diesem Tag – also vor weit über zwei Monaten – die gesamten natürlichen, in einem Jahr regenerativen (natürlich nachwachsenden) Ressourcen verbraucht. Deutschland steht an 5. Stelle im Ranking der gnadenlosen Zerstörer unseres Globus: Wir bräuchten eigentlich – wie auch Frankreich – 2,9 Erden, so verschwenderisch agieren wir. Und es sind vor allem die westlichen Industriestaaten: die USA – sind die Spitze und verbrauchen, als hätten sie 5 Globen zur Verfügung, gefolgt von Australien, als hätten man 4,5 Globen zum Ausbeuten. Nr. 3 in der Riege ist Russland: sie agieren als hätten sie 3,33 Globen zum Ausbeuten. Und auch wir handeln letztlich nicht anders: mit 2,9 Globen – wir verhalten uns nach dem Motto: „Nach uns die Sintflut!“ Doch inzwischen sind auch die Kinder aufgestanden – und sagen, wir, die Väter und Großväter, die Mütter und Großmütter seien Schuld mit unserer Gier nach noch mehr, mehr, mehr.

Warnungen gibt es seit langem
Bereits seit 2002 wird immer wieder gewarnt – es kann also niemand sagen, er habe noch nie davon gehört. Hinzu kommt, dass offensichtlich weder Politik noch die Menschen bislang bereit sind, sich zu mäßigen – im Gegenteil: Das „immer mehr haben wollen“ gilt als berechtigter Anspruch der Gesellschaft an die Politik: Wirtschaftswachstum ist das magische Stichwort, das angeblich die Bevölkerung glücklich mache – koste es den Globus auch das Leben. Tatsache aber ist: Es gibt kein einklagbares Recht auf ein Mehr!

Die Politik – leider kein Vorbild
Natürlich ist das AUS für die noch aktiven 6 Atomkraftwerke – heuer (3) und bis Ende 2023 auch die letzten 3 – ein Vorteil im Hinblick auf die Sicherheit der Menschen und der Landschaften. Stattdessen müssen aber noch mehr Elektroenergie erzeugende Kraftwerke gebaut werden: Sie heißen Windkraft-Anlagen – und auch sie verschlingen gewaltige Mengen Stahl, Beton, Holz, Kunststoffe – je nach Bauart. Durchaus kontraproduktiv sind auch E-Autos. Sie erfordern neben den begrenzten Seltenen Erden gewaltige Mengen Strom und eine gewaltige Menge Ladesäulen mit ihren Leitungen, die wiederum große Mengen Kabel erfordern – alles Dinge, die nicht vorhanden sind. Nicht nur die Kosten dafür sind gewaltig, sondern noch gewaltiger ist dadurch die weitere Ausbeutung unseres Planeten.

Die Zukunft liegt nicht im MEHR, sie verlangt ein WENIGER
Längst gibt es dazu eine Fülle von Literatur – aber auch von guten Beispielen: Von Menschen, die lieber gehen als selbst fahren – zumindest bei kürzeren Strecken, die lieber wandern als durch die Landschaft brausen, die ihr altes Autos weiter fahren, statt sich eines der neuesten zu leisten, die öffentlichen Nahverkehr nutzen, statt selbst zu fahren. Menschen, die möglichst nur ökologisch Erzeugtes einkaufen, auch wenn’s etwas teurer ist. Nicht immer das Neueste haben müssen, sondern Gebrauchtes weiter nutzen, es reparieren lassen, wenn’s nötig ist. Nur Geld für Qualität ausgeben, statt für Quantität. Keine Flugreisen oder gar Kreuzfahrt-Schiffsreisen buchen. Nicht die ganze Welt sehen wollen, sondern die nähere und fernere Umgebung – und das zu Fuß oder per Muskelkraft mit dem Fahrrad erkunden. Dabei stärkt man die eigene Gesundheit – ganz ohne Medizin. Im eigenen Garten ein Beet anlegen für eigenes Gemüse und Obststräucher, manche blühen im Frühjahr auch noch schön.

Zwingend ist ein Umdenken, sollen unsere Kinder und Kindeskinder eine Zukunft haben. Das Wachstumdenken hat ausgedient. Schon 2010 veröffentlichte Meinhard Miegel (Vorstandsvorsitzender des „Denkwerk Zukunft. Stiftung kulturelle Erneuerung“) das Buch EXITWohlstand ohne Wachstum. Weltweit hat die junge Schwedin Greta Thunberg mit ihren Aktivitäten die Menschen aufgerüttelt und vor allem die junge Generation moblilisiert. Seitdem gibt es bei vielen, meist jungen Menschen eine Sensibilität hinsichtlich dem Verhalten vor allem der Industrieländer mit ihrem ungebrochenen Willen zur Vernichtung unwiederbringlicher Ressourcen. So bleibt z.B. das CDU/CSU-Wahlprogramm für die kommenden Jahre ganz im Ungefähren beim Klimaschutz – ganz im Gegensatz zu den Grünen. Hingegen wollen CDU/CSU vor allem die Wirtschaft entlasten – alles im Hinblick auf weiteres Wachstum. Ein aus meiner Sicht kontra-produktives Ziel für den schon heute überforderten Globus – unseren einzigen Globus.

Text: Hans-Werner Bunz, Foto: Helga Bunz: Die Schönheit unserer Landschaft

Lust auf’s Spazieren, auf’s Wandern in exquisiter Umgebung?

Wir in Unterfranken haben es gut: Ganz in der Nähe, egal ob in der Aschaffenburger, Miltenberger, Main-Spessarter, Würzburger, Schweinfurter, Bad Kissinger, Rhön-Grabfelder, Steigerwälder oder Hassfurter Region: Siehe, das Schöne liegt so nah! Der schönen Landschaften gibt es gar soo viele! Denn neben den Naturschutz-Gebieten, gibt es auch Landschaftsschutz-Gebiete und FFH-Gebiete (Flora-Fauna-Habitate). Und mit all diesen ist Unterfranken reich gesegnet: Schon die NaturschutzGebiete sind außergewöhnlich zahlreich mit ihrer stattlichen Zahl von 138 Gebieten. Damit sind sie mit Abstand die Nr. 1 in Unterfranken. Platz Nr. 2 belegen die 132 FFH-Gebiete und die Nr. 3 heißen LandschaftsSchutzgebiete: 46 gibt es von ihnen. Alles in Allem also stehen zur Auswahl 316 zauber- hafte, geschützte Landschaften, manche davon sehr groß, manche aber auch sehr klein.

Die kleinste geschützte Landschaft in Unterfranken ist das Naturschutzgebiet Grundwiese im Landkreis Bad Kissingen mit 2,32 Hektar (ha); doch auch das größte Naturschutzgebiet dieser Region findet sich in diesem Landkreis: Es sind die Kernzonen im bayerischen Teil des Biosphähren-Reservat Rhön mit stattlichen 2.104,22 ha.

Naturschutz – was heißt das im Detail?
Der Begriff umfasst Maßnahmen zum Erhalt der Biodiversität, der Vielfalt der Arten, des Ökosystems und der Genetik sowie Maßnahmen zum Artenschutz & Ökosystem-Management. Naturschutz ist eine öffentliche Aufgabe, also eine Aufgabe des Staates und seiner jeweiligen Landesregierungen und deren Regionalorganisationen. Außer- gewöhnlich umfangreich mit 22.322,40 ha sind die unterfränkischen Naturschutz-Gebiete (Stand 31.12.2019); im Vergleich dazu verfügt das flächenmäßig etwas kleinere Oberfranken nur über 97 Naturschutzgebiete mit insgesamt 4.665,10 ha (Stand 31.12.2019).

FFH-Gebiet – was heißt das im Detail?
FFH-Gebiete sind Gebiete unter dem Schutz der Europäischen Union und bedeutet Flora-Fauna-Habitat*. Es dient zum Schutz von Pflanzen (Flora), Tieren (Fauna) und Lebensraumtypen (Habitaten). Diese Gebiete sind Teil des Natura-2000-Netzwerks, das aus zusammenhängenden Schutzgebieten Europas entstehen soll. In Unterfranken gibt es neben den Naturschutz-Gebieten auch 132 Flora-, Fauna-Habitate mit einer Gesamtfläche von 180.687,17 Hektar. Darin sind enthalten alle bislang für Unterfranken ausgewiesenen FFH-Gebiete. Sie sind in der Summe um ein Vielfaches umfangreicher als die Naturschutz-Gebiete. Allerdings hat die EU ein Problem mit Deutschland: Man ist offenbar recht unzu-frieden mit dem deutschen Engegement für die Flora-Fauna-Habitate.

Und wie bzw. wodurch unterscheidet sich das Landschafts-Schutzgebiet?
Diese Gebiete sind rechtsverbindlich festgesetzt wegen der besonderen Schutzwürdig- keit ihrer Natur und Landschaft: Sie sollen erhalten werden und weiter entwickelt; sie sind außerdem regenerationsfähig und ermöglichen eine nachhaltige Nutzung ihrer Naturgüter. Schützenswert sind sie aber auch ihrer Vielfalt, Eigenart und Schönheit wegen oder wegen ihrer kulturhistorischen Bedeutung, ebenso wegen ihrer Bedeutung für die Erholung. Dennoch gilt für sie eine geringere Schutzintensität. Wegen ihrer teils beachtlichen Größe haben sie jedoch eine wichtige Bedeutung im Schutzgebietssystem: So können Landschaftsräume erhalten werden, die für Naturschutz und Landschafts- pflege bedeutend sind, aber nicht die strengen Voraussetzungen eines Naturschutz- gebietes erfüllen. Insgesamt sind in Unterfranken stattliche 362.866,63 Hektar als Landschafts-Schutzgebiete gekennzeichnet und geschützt.

Rechnet man alle Schutzgebiete zusammen, sind in Unterfranken stattliche 565.876,20 Hektar geschützt. Bedenkt man die Fläche eines Hektar (ha) in Quadratmetern (m2), dann sind das bei einem Hektar schon 10.000 m2 (Quadratmeter) – und somit summieren sich die Flächen der drei Schutzgebiete auf knapp 5.659 km2 – weit mehr als die Hälfte der Fläche Unterfrankens mit seinen 8.531 km2.

Der besseren Übersicht wegen und der Mengen von Landkreisen und deren Schutzgebiete werden die einzelnen Landkreise mit ihren Schutzgebieten getrennt behandelt; innerhalb des Landkreises erscheinen die Schutzgebiete in der Reihenfolge a) jene unter Naturschutz, b) jene als FFH-Gebiete – die Flora-Faune-Habitate – und c) jene als Landschaftsschutzgebiete . Dort, wo der Autor aus eigener Anschauung vertiefende Kenntnisse hat, erlaubt er sich eine entsprechende Beschreibung.

Hinweis: Diese Seite ist gewissermaßen eine Einleitung zum Kennenlernen der Schutzgebiete Unterfrankens. Details dazu folgen auf vielen weiteren Seiten.

Autor: Hans-Werner Bunz Foto: Mohnblüte@Bäckerei Schiffer

2. Der Landkreis Schweinfurt: die 21 Naturschutzgebiete & 12 FFH-Schutzgebiete &
19 Landschaftsschutzgebiete
3. Der Landkreis Haßberge: die 15 Naturschutzgebiete & 21 FFH-Schutzgebiete &
4 Landschaftsschutzgebiete

4. Der Landkreis Bad Kissingen: die 16 Naturschutzgebiete & 17 FFH-Schutzgebiete &
2 Landschaftsschutzgebiete

5. Der Landkreis Rhön-Grabfeld: die 20 Naturschutzgebiete & 19 FFH-Schutzgebiete &
0 Landschaftsschutzgebiete

6. Der Landkreis Kitzingen: die 15 Naturschutzgebiete & 10 FFH-Schutzgebiete &
4 Landschaftsschutzgebiete

7. Der Landkreis Würzburg: die 12 Naturschutzgebiete & 15 FFH-Schutzgebiete &
6 Landschaftsschutzgebiete

8. Der Landkreis Main-Spessart: 15 Naturschutzggebiete & 21 FFH-Schutzgebiete &
2 Landschaftsschutzgebiete

9. Der Landkreis Miltenberg: 10 Naturschutzgebiete & 9 FFH-Schutzgebiete &
2 Landschaftsschutzgebiete

10. Der Landkreis Aschaffenburg: 14 Naturschutzgebiete & 8 FFH-Schutzgebiete &
7 Landschaftsschutzgebiete


*) lat. „habitare“ = wohnen

Teil 2: Spazieren & wandern in Unterfrankens Schutz-Gebieten: Landkreis Schweinfurt – Seite 2

Ich beginne dieses umfangreiche Projekt mit dem Landkreis (LK) Schweinfurt. Warum nicht mit Würzburg? fragen Sie sich vielleicht. Würzburg ist die Metropole Unter-frankens: Aber der Landkreis Schweinfurt wartet mit den meisten, nämlich 21, Naturschutz-Gebieten auf. Ebenso mit den meisten – nämlich 19Landschaftschutz- gebieten.1Hinzu kommen noch die 12 Flora-Fauna-Habitate, die unter dem Schutz der Euro- päischen Union stehen. Außerdem kenne ich mich in dieser Region einigermaßen gut aus.

Der Landkreis Schweinfurt
Er umfasst 841,46 km2, ist also von mittlerer Größe. Doch er beherbergt 115.445 Einwohner. Damit ist er einer der einwohnerreichsten in Unterfranken; die Stadt Schweinfurt alleine, zugleich das Kulturzentrum des Landkreises, trägt dazu knapp die Hälfte bei.

Naturschutz – was heißt das im Detail?
Der Begriff umfasst Maßnahmen zum Erhalt der Biodiversität, der Vielfalt der Arten, des Ökosystems und der Genetik sowie Maßnahmen zum Artenschutz & Ökosystem-Management. Naturschutz ist eine öffentliche Aufgabe, also eine Aufgabe des Staates und seiner jeweiligen Landesregierungen und deren Regionalorganisationen.

Die 21 Naturschutzgebiete dieses Landkreises
Schweinfurt selbst hat auch ein kleines Naturschutzgebiet: den Saumain (1); dieses Altmainstück ist gar nicht so klein, wie es scheint: nämlich 11,57 ha groß. Es ist nahe der Innenstadt: vom Marktplatz via Brückenstraße über die Mainbrücke auf die schmale Maininsel bis zur 2. Brücke, die das Naturschutzgebiet Saumain überquert.

Südlich von Schweinfurt, aber ganz nahe, locken gleich mehrere Naturschutzgebiete. Flußabwärts um den linksmainischen Ort Grafenrheinfeld warten drei weitere Gebiete: das Naturschutzgebiet Elmus (2) – eine Auenlandschaft von 44,46 ha mit Weich- und Hartholzwald, dem sich durchwindenden Unkenbach und mit entsprechender Vegetation und Tierwelt sowie südwestlich das sich U-förmig windende Naturschutzgebiet Altmain (3) mit 20,96 ha. Für Vogelfreunde lockt weiter südlich das 48,42 ha große Naturschutzgebiet Garstadter Vogelschutzgebiet (4) und das Naturschutzgebiet Garstadter Holz (5) mit 51,60 ha plus dessen jüngerer Erweiterung als Vogelschutzgebiet mit einer großen Seenlandschaft (6) von 83,10 ha (Garstadt selbst liegt rechtsmainisch). Die Flächen sind so groß, dass man gut beraten ist, nicht an einem Tag alle diese Naturschutzgebiete durchmessen zu wollen.

Linksmainisch und südöstlich von Schweinfurt wartet das 25,86 ha große Naturschutzgebiet Gochsheimer Spitalholz (7) auf Besuch; ebenso das 119 ha große Naturschutzgebiet der Grettstadter Wiesen (8) und des Riedholz (9). Weiter südlich, 5 km hinter Grettstadt bei Sulzheim, werden Vogelfreunde glücklich: ein Vogelschutzgebiet von 38,44 ha (10) mit zwei großen Seen inmitten der Landschaft; Sulzheim bietet zudem eine außergewöhnliche Besonderheit – wie auch im Südosten dieses Landkreises GerolzhofenGipshügel als Naturschutzgebiete. Das Naturschutzgebiet bei Sulzheim (11) zwar nur 8,3 ha groß, aber dennoch besuchenswert, hingegen bietet das Gerolzhofer Naturschutzgebiet Mahlholz (Laubmischwald mit Karst-Erscheinungen) ein Dolinenfeld (12) von Grundgips: stattliche 31,37 ha groß. Hier wie dort blühen seltene Pflanzen; im jungen Frühjahr kann man Adonisröschen und Küchenschellen bewundern – sie dürfen nicht gesammelt werden. Ein Muß ist außerdem, auf den vorgezeichneten Wegen zu bleiben.

Auch der Hörnauer Wald (13) bei Frankenwinheim (östlich Gerolzhofen) ist mit seinen 180,36 ha ein Naturschutzgebiet. Nicht weit entfernt, bei Michelau (nord-östich von Gerolzhofen) im Steigerwald, gibt es das 24,46 ha große Naturwald-Reservat1 „Zwerchstück“ (14): ein schöner Eichen- und Hainbuchen-Wald (darin auch Elsbeere, Feldahorn, Speierling); an steilen Hängen auch Buche, Bergahorn und Esche. Verboten sind hier, da ein Reservat, forstwirtschaftliche Aktivitäten.
Weiter westlich bei Lindach (am Berg 4 km westlich von Kolitzheim) warten auf Besuch die Naturschutzgebiete Schleifwiesen & Nußloch (15) mit 15,25 ha, ebenso wie das 72,77 ha große Naturschutzgebiet Mainaue (16) bei St. Ludwig im kaum 1 km entfernten Maintal.

Nördlich von Schweinfurt bei Üchtelhausen gibt es ein weiteres Naturwald-Reservat1 – genannt Wildacker (17): Ein 130-jähriger Übergangswald aus Rotbuche und Eiche, aber auch Hainbuche und Linde sind häufig, seltener Elsbeere und Ahorn-Arten. Ebenso nördlich von Schweinfurt – allerdings Main aufwärts hinter Schonungen – gibt es ein großes Naturschutzgebiet: die Hausener Talhänge (18) beim Kalksteinbruch – beachtliche 145,58 ha groß. Noch weiter nördlich zwischen Stadtlauringen und Oberlauringen sind die 93,24 ha Talhänge (19) ein sehenswertes Naturschutzgebiet.

Die beiden letzten der 21 Naturschutzgebiete im Landkreis Schweinfurt sind sehr verschieden: Nur 7,56 ha groß ist westlich von Schweinfurt außerhalb von Ettleben (ein Ortsteil von Markt Werneck) das Naturschutzgebiet der Wern-Aue (20). Um ein Mehrfaches größer ist im Südosten des Landkreises das Naturschutzgebiet Weilerbachstal (21) im Steigerwald mit seinen 36,57 ha, die der Nachbarkreis Haßberge mit weiteren 57,10 ha vervollständigt: Insgesamt ein 6 km langes Tal – ein artenreiches Ausflugsziel – bewirtschaftet von den Bayerischen Staatsforsten. Insgesamt umfassen die Naturschutzgebiete eine Fläche 1.090,24 ha innerhalb von Stadt und Landkreis Schweinfurt.

Die FFH-Schutzgebiete, die Flora-Fauna Habitate
Sie sind gleichwertig, aber anders. Als Initiative der Europäischen Union verfolgen sie das Ziel, ein Schutzgebietsnetz aufzubauen fürs Erhalten wildlebender Pflanzen und Tiere in ihren natürlichen Lebens-räumen. Dabei unterscheidet man zwischen den FFH-Schutzgebieten und den Vogelschutzgebieten, die als besondere Schutzgebiete gelten. Bislang meldete Deutschland 4.557 FFH-Gebiete nach Brüssel, geteilt in drei biogeografische Regionen: alpin, atlantisch, kontinental; immerhin 9,3 % der Landfläche. Hinzu kommen noch 2.128.727 ha Bodensee, Meeres-, Bodden- und Wattflächen (Stand: 04.12.15) sowie 943.984 ha das Meeresgebiet jenseits des Küstenmeeres, der sog. Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) Deutschlands. Außerdem meldete Deutschland bislang 742 Vogelschutzgebiete, ca. 11 % der Landfläche plus 1.970.450 ha Bodensee, Meeres-, Bodden- und Wattflächen sowie 513.930 ha Meeresgebiet jenseits des Küstenmeeres. FFH-Schutzgebiete sind Teil des Natura-2000-Netzwerkes, das aus zusammenhängenden Schutzgebieten in Europa aufgebaut werden soll, um die einheimische Natur zu bewahren. Aktuell ist offenbar die EU nicht sehr erfreut über das – ihrer Ansicht nach – mangelnde Engement von Deutschland.

Die 12 FFH-Schutzgebiete im Landkreis & Stadt Schweinfurt
Sie alle zusammen sind insgesamt 24.322,40 ha groß – in der Tat eine stattliche Größe. Groß, nämlich mit 1.331,12 ha (1.264 ha sind Wald), ist auch das Schweinfurter FFH-Schutzgebiet des Forst Dianeslust (östlich zwischen Schweinfurt und Mainberg) mit dem Stadtwald (1); das Besondere sind hier die Labkraut-Eichen-Hainbuchen- & die Waldmeister-Buchenwälder plus die Vorkommen der Bechstein-Fledermaus und des Kammmolchs. Ebenso groß ist das FFH-Schutzgebiet der Mainaue (2) zwischen Grafenrheinfeld & Kitzingen mit 1.380,10 ha, allerdings ist daran auch Landkreis Kitzingen beteiligt ab der Volkacher Mainschleife; Orchideen finden sich hier in den Trockenrasen, es gibt auch Auenwälder mit Erlen, Wälder mit Weich- und Hartholzbäumen und Stillgewässer mit Laichkraut- oder Froschbiss-Gesellschaften, einem seltenen Fisch usw. Deutlich kleiner allerdings ist das FFH-Schutzgebiet des Maintals von Sennfeld bis Weyer (3) flussaufwärts mit 325,55 ha. Südlicher ist das 275,48 ha große FFH-Schutzgebiet der Unkenbach-Aue mit Sulzheimer Gipshügel & Grettstadter Wiesen (4); 132 ha sind Wald, vorwiegend aus Erlen, Eschen und Weichholzbäumen; es gibt Niedermoore, Pfeifengras- und Brenndoldenwiesen, in den Gewässern lebt der Kammmolch. Ganz in der Nähe ist zwischen Sulzheim und Dürrfeld das FFH-Schutzgebiet des Sulzheimer und des Dürrfelder Wald (5) mit 785 ha, von denen 722 ha Wald sind.

Auch das Naturschutzgebiet Hörnauer Wald (6) bei Frankenwinheim (östlich Gerolzhofen) ist mit seinen 180,36 ha (170 ha sind Wald) ein FFH-Schutzgebiet. Ebenso sind die 15.876,84 ha (davon 10.717 ha Wald) der Buchenwälder & Wiesentäler des Nordsteigerwaldes (7) ein FFH-Schutzgebiet, an dem der Landkreis Schweinfurt nur gering beteiligt ist im Gegensatz zu den Landkreisen Haßberge und Bamberg. Das Maindreieck (8) gilt als FFH-Schutzgebiet wegen der vielen Wochenstuben von Mausohren (große und kleine Fledermäuse) überall in der Landschaft.

Nördlich von Schweinfurt liegt der sogenannte Brönnhof, einst ein Militärgebiet der amerikanischen Armee. Nach dem Abzug der Amerikaner wurde das ganze Brönnhof-Gebiet plus der Umgebung (9) zum 2.334 ha großen FFH-Schutzgebiet gewandelt, eine eine waldreiche Region (1.475 ha sind Wald), in der auch viele Tiere leben (u.a. die Bechstein-Fledermaus und der Kammmolch). Weiter nördlich, zwischen Stadtlauringen (Landkreis Schweinfurt) und dem Städtchen Königsberg (Landkreis Haßberge), sind 923,10 ha (10) ein FFH-Schutzgebiet. Diese beiden Landkreise verbindet das 748,16 ha lange FFH-Schutzgebiet Wässernachtal (11); 598 ha sind dabei Wälder mit Buchen, Erlen, Eschen, Eichen, Hainbuchen. Neben der Mops- und der Bechsteinfledermaus ist hier auch das große Mausohr als größte heimische Fledermaus heimisch, ebenso in Gewässern der Fisch Groppe und der 12 cm lange Steinkrebs.

Die 18 Landschaftsschutzgebiete (LSG) im Landkreis Schweinfurt
Landschaftsschutzgebiete sind rechtsverbindlich festgesetzte Gebiete, in denen nach § 26 Abs. 1 BNatSchG (Bundes-Natur-Schutz-Gesetz) „ein besonderer Schutz von Natur und Landschaft erforderlich ist fürs a) Erhalten, Entwickeln oder Wiederherstellen der Leistungs- & Funktionsfähigkeit der Naturgüter, b) wegen der Vielfalt, Eigenart & Schönheit oder besonderer kulturhistorischer Bedeutung für die Erholung. Ein Landesschutzgebiet besitzt vergleichs-weise eine eher geringe Schutzitensität. Aber wegen ihrer Vielzahl und stattlicher Größe sind sie dennoch sehr wichtig, zumal von menschlicher Nutzung geprägte Gebiete, die für Naturschutz und Landschaftspflege so erhalten werden. Insgesamt sind es 3.938,9 ha.

Das Landschaftsschutzgebiet der Mainleite (1) ist der rechtsmainische, steile Hangbogen, 40,84 ha groß, flußaufwärts zwischen Schweinfurt, Mainberg und Schonungen; die Stadt Schweinfurt ist dabei dominant, der Landkreis hat nur 13,5 % Anteil. Der linksmainische Schweinfurter Stadtwald (2) ist mit 31,52 ha ein Landschaftsschutzgebiet, das sich Stadt & Landkreis Schweinfurt teilen. Ebenfalls linksmainisch ist das Landschaftsschutzgebiet der Mainauenlandschaft mit 49,96 ha (3) bei Sennfeld mit seinen Altwasser-Teichen, in denen Enten & Gänse, aktiv sind, aber auch – unüberhörbar – Frösche und Kröten. Weiterhin linksmainisch aufwärts ist bei Weyer, einem Ortsteil von Gochsheim, das 34,46 ha große Landschaftsschutzgebiet der Weyerer Bergheide (4) mit Hangwäldern und einem Altwasser im Maintal. Südwestlich ca. 8 km entfernt zwischen den Orten Röthlein und Hirschfeld liegt das 50,90 ha große Landschaftsschutzgebiet „Im Kies & Unterer Unkenbach“ (5) – ein vielfältiges Gebiet mit verschiedenen Seen; einige davon sind von Vereinen gepachtet.

Nördlich des Mains hinter Schonungen und dem Ort Hausen ist das wahrhaft stattliche und schöne Landschaftsschutzgebiet des Hausener Tals mit seinen 1.240 ha (6), seinen Talhängen, dem aufgelassenen Basalt-Steinbruch mit seiner Flora und Fauna. Weiter östlich, beim Dorf Abersfeld, ergeben verschiedene Landschaftsteile ein großes Landschafts-schutzgebiet von 180,25 ha (7). Ebenfalls nördlich, aber von Schweinfurt aus, liegen die umfangreichen Landschaftsschutzgebiete des Weipoltshäuser & des Jeusing Grund (8) mit stattlichen 395,91 ha. Benachbart ist bei Zell der Zeller Grund mit 106,10 ha (9). Auch das weiter östlich von Zell liegende Nachbardorf Üchtelhausen besitzt ein Landschaftsschutz-gebiet: den 39,51 ha großen Üchtelhäuser Grund (10). Noch weiter nördlich lockt das Landschaftsschutzgebiet des Ellertshäuser Sees (11), beachtliche 256,19 ha groß – gegenwärtig trockengelegt wegen Überholungsaktivitäten. Westlich des Sees zwischen Ebertshausen im Süden und Altenmünster im Norden ist noch ein sehenswertes, 268 ha großes Landschaftsschutzgebiet (12) .

Südöstlich von Schweinfurt ist die Umgebung des Naturschutzgebiets der Sulzheimer Gips-hügel auch ein Landschaftsschutzgebiet von 34,95 ha (13). Ebenso ist die Umgebung des Alten und des Neuen Sees – nördlich und östlich bei Gerolzhofen – ein Landschaftsschutzgebiet mit 158,04 ha (14). Nicht weit entfernt in nordwestlicher Richtung von Gerolzhofen sind bei Herlheim die Herlheimer Wiesen mit 67,54 ha ebenfalls ein Landschaftsschutzgebiet (15). Süd-Südwest-lich davon beginnt die Volkacher Mainschleife beim linksmainischen Untereisenheim und dem rechtsmainischen Fahr (eine Fähre verbindet beide); beteiligt am ganzen Landschaftsschutzgebiet der Mainschleife von 5.321,45 ha ist der Landkreis Schweinfurt hier mit 868,88 ha (16). Ebenso hat der Landkreis Schweinfurt einen „kleinen“ Anteil von 894,26 ha (17) am Landschaftsschutzgebiet des 37.526,49 ha großen Naturpark Haßberge. Undefiniert freilich sind verschiedene Landschaftsteile als Landschaftschutz-gebiete im Landkreis Schweinfurt in der Gesamtgröße von 90,38 ha (18).

Autor: Hans-Werner Bunz, Foto: unbekannt

1) In Naturwald-Reservaten ist das Entnehmen von Holz sowie sonstige forstwirtschaftliche Nutzungen verboten 

Hinweis: Die Texte erforderten viel Recherche. Danken möchte ich den staatlichen Veröffentlichungen der Tabellen der Schutzgebiete, ebenso Wikipedia: ohne deren Vorarbeit hätte ich das Projekt nicht realisieren können. Doch erst mit sorgfältigem und deshalb auch langwierigem Landkartenstudium gelang es, eine brauchbare und in weiten Bereichen – so hoffe ich – eine präzise Ortsbeschreibung zu vermitteln.

Teil 2: Spazieren & wandern in Unterfrankens Schutz-Gebieten: Landkreis Haßberge – Seite 3

Der Landkreis Haßberge ist mainaufwärts unmittelbarer Nachbar des Landkreises Schweinfurt. Im Gegensatz zu diesem ist der Landkreis Haßberge überwiegend bergig und auch reich bewaldet. 84.363 Einwohner (6/2020) beleben ihn. Die „Haupftstadt“, also das Verwaltungs- und Kulturzentrum des Landkreises, ist die Stadt Haßfurt mit 13.501 Einwohnern (12/2019). Der Landkreis schließt im Norden – zugleich als Grenze Bayerns – an den thüringischen Landkreis Hildburghausen, im Osten an die oberfränkischen Landkreise Bamberg und Coburg, im Süden an den Landkreis Bamberg, im Westen an die Landkreise Schweinfurt und Rhön-Grabfeld.

Naturschutz – was heißt das im Detail?
Der Begriff umfasst Maßnahmen zum Erhalt der Biodiversität, der Vielfalt der Arten, des Ökosystems und der Genetik sowie Maßnahmen zum Artenschutz & Ökosystem-Management. Naturschutz ist eine öffentliche Aufgabe, also eine Aufgabe des Staates und seiner jeweiligen Landesregierungen und deren Regionalorganisationen.

Die 15 Naturschutzgebiete des Landkreis Haßberge
Die Mainlandschaft
Der Hohe Wann (1) ist ein Berg – rechtsmainisch östlich Hassfurt – von 387 m Höhe und gänzlich ein stattliches, 1.028 ha großes Naturschutzgebiet. Die Main-Aue (2) flußaufwärts beim rechtsmainischen Augsfeld ist mit 615,79 ha nicht nur ein großes, sondern auch sehr vielgestaltiges Naturschutzgebiet, das allerdings recht zerstückelt ist und den Haßfurter Flughafen als westlicher Nachbar hat. Rechtsmainisch folgt – östlich von Zeil a.M. – das Naturschutzgebiet Pfaffenberg (3), 20,13 ha groß, beginnend mit Ostflanke des 376 m hochen Schmachtenbergs und den folgenden Hanglagen bis Steinbach. Auf der linksmainischen Seite, südlich Knetzgau, sind 49,6 ha des 445 m hohen Ebersberg (4) ein Naturschutzgebiet. Ebenfalls am Ebersberg, aber nun westlich gelegen, ist das des Naturwaldreservat „Mordgrund“ (5) mit 24,75 ha ein Naturschutzgebiet. Ebenfalls linksmainisch, hinter dem 317 m hohen Spitzberg sind die 273,30 ha Altmain & Sandmagerrasen (6) bei Limbach ein Naturschutzgebiet. Noch weiter flußaufwärts lockt für Vogelfreunde das Naturschutzgebiet & Vogelfreistätte bei Dippach mit 143,75 ha (7) für die Heimat einer Graureiher-Kolonie.

Die Haßberge
Sie sind das Bergland nördlich des Mains, an dem auch die oberfränkischen Landkreise Bamberg und Coburg teilhaben, ebenso wie der thüringische Landkreis Hildburghausen. Aber auch der unterfränkische Landkreis Rhön-Grabfeld.
Ein Naturschutzgebiet im südlichen Teil der Hassberge sind die 132,24 ha Trockenhänge1 & die Urwiese (8) nördlich von Königsberg bei Junkersdorf. Ein kleineres Nauturschutzgebiet ist das Naturwald-Reservat2 Stachel (9) mit 23,26 ha weiter im Osten bei Kirchlauter, südöstlich von Ebern. Das Naturschutzgebiet Simonsberg-Fuchsrannen mit 14,2 ha bei Pfarrweisach (10) liegt im Osten des Landkreises, jenseits Burgpreppach und der Baunach. Im hohen Norden des Landkreises, süd-östlich von Maroldsweisach und nördlich von Junkersdorf und Rabelsdorf lockt das Naturschutzgebiet Galgenberg-Goßberg (11) mit 45,52 ha, als südlicher Teil eines Bergzugs. An der Westgrenze des Landkreises Haßberge südöstlich des Ellertshäuser Sees ist bei Reichmannshausen ist das 24,30 ha große Naturschutzgebiet des Urlesbachtals (12) eine Besichtigung wert.

Der Steigerwald
Der Anteil des Landkreis Haßberge im Norden des Berggebiets Steigerwald ist im Vergleich zum Anteil an den Haßbergen vergleichsweise klein; neben dem oberfränkischen Landkreis Bamberg verwalten auch die unterfränkischen Landkreise Schweinfurt (siehe dort) – dieser allerdings nur ein relativ kleines Gebiet im Westen des Gebirgszugs – ein großes Gebiet. Der höchste Berg des Steigerwalds, der 498 m hohe Scheinberg, befindet sich östlich von Ippesheim im Gebiet des Landkreises Neustadt/Aisch-Bad Windsheim. Auch die anderen höchsten Berge sind im Westen des Steigerwalds – Berge bis nahezu 500 m -, nach Osten werden sie niedriger, zumeist weniger als 400 m hoch.
Das 57,10 ha große Naturschutzgebiet des Weilersbachtals (13) – nahe Rauhenebrach und Obersteinbach – hat eine Atraktion: den Ahornbrunnen. Sein Wasser speist etwas später die nach Osten fließende Raue Ebrach. Ebenfalls bei Rauenebrach liegt das 34,38 ha große Naturschutzgebiet Schulterbachtal (14) mit dem Schulterbach, eines der wenigen, noch offen gebliebenen Wiesentäler des Steigerwalds und ein Rückzugsraum hoher Artenvielfalt. Bei Oberaurach-Tretzendorf ist das Naturschutzgebiet des Tretzendorfer Weihers (15) mit immerhin 202,44 ha, ein Weiher, der von der jungen Aurach gespeist wird. Ein Erlebnispfad erhöht beim Wandern das Vergnügen.

Die 21 FFH-Schutzgebiete des Landkreis Haßberge
FFH-Schutzgebiete stehen unter dem Schutz der Europäischen Union. Sie schützen Pflanzen (Flora), Tiere (Fauna) und Lebensraumtypen (Habitate). Diese Gebiete sind Teil des europäischen Natura-2000-Netzwerks.

Die Mainlandschaft
Ein ziemlich großes FFH-Schutzgebiet ist die Mainaue von Eltmann flussabwärts bis Haßfurt (1) mit immerhin 950,24 ha. Deutlich kleiner hingegen ist das FFH-Schutzgebiet der Maintalhänge flussabwärts zwischen Stettfeld & der Stadt Zeil a.M. (2) mit 196,91 ha. Noch kleiner ist das FFH-Schutzgebiet des Spitzberg & der Gänsleite (3) mit 104,14 ha beim linksmainischen Limbach östlich von Knetzgau. Für Vogelfreunde ist interessant die Vogelfreistätte der Graureiher-Kolonie (4) bei Dippach a.M. mit 32 ha.

Die Haßbergeregion
Die Aue der Alster (sie entspringt in Thüringen im südlichsten Zipfel des Landkreises Hildburghausen) ist ein FFH-Schutzgebiet (5) von 132 ha ab der Landesgrenze bei Dürrenried im Nordosten bis zur Vereinigung mit der Rodach. Hinter der bayerischen Grenze verläßt die Alster den Landkreis Haßberge, passiert die Stadt Sesslach (Landkreis Coburg), durchmisst den äußersten Westen des Landkreis Bamberg, um dann beim bayerisch-haßbergischen Memmelsdorf sich mit der coburgisch-bambergischen Rodach zu vermischen. Das Flußtal der Itz ist ein großes FFH-Schutzgebiet von 1.452 ha, das ein kurzes Stück zwischen Untermerzbach und Gleusdorf (6) auch am äußersten Rand den Landkreis Haßberge durchfließt. Nicht weit entfernt ist bei der Stadt Ebern der einstige Standortübungsplatz plus Umgebung ein FFH-Schutzgebiet von 109,32 ha (7).

Ganz im Norden des Landkreis Haßberge liegt das 1.541.45 ha große FFH-Schutzgebiet (8) des Bundorfer Wald mit den Quellbächen des Flußes Baunach. Südöstlich davon ist die Weisach-Aue mit den Nebenbächen (9) um die Stadt Maroldsweisach ein 109,32 ha großes FFH-Schutzgebiet. Auch die Wälder um Maroldsweisach, Königsberg und Rentweinsdorf mit Schloß sind ein stattliches FFH-Schutzgebiet (10) von 1.381,24 ha. Nur ein Bruchteil davon ist bei Ostheim am westlichen Haßbergtrauf das FFH-Schutzgebiet Geißleraue & Aurachwiese (11) mit 159,48 ha. Sehr viel größer freilich ist das FFH-Schutzgebiet von Königsberg nach Zeil a.M. mit 2.533,66 ha (12). Jedoch auch das FFH-Schutzgebiet des Haßbergtraufs zwischen der Stadt Königsberg und Stadtlauringen (Landkreis Schweinfurt) ist stattlich: 923,38 ha (13) groß. Mittig in den Haßbergen liegt der Ort Jesserndorf; der nordöstliche Südhang dort, Steinert genannt, ist ein FFH-Schutzgebiet von 24,38 ha (14). Das Wässernachtal im Westen des Landkreis Haßberge von der Quelle im Landkreis Schweinfurt bis zur Mündung in den Main bei Wülflingen westlich Haßfurt ist ein besonders schönes, 748,16 ha großes FFH-Schutzgebiet (15).

Viel größer jedoch ist das FFH-Schutzgebiet des Haßbergtraufs (16) zwischen der Stadt Königsberg und Stadtlauringen (Landkreis Schweinfurt) mit 923,38 ha. Und noch viel größer ist das FFH-Schutzgebiet des Haßbergtraufs von Königsberg nach Zeil a.M. mit 2.533,66 ha (17). Mittig in den Haßbergen liegt der Ort Jesserndorf; der nordöstliche Südhang dort, Steinert genannt, ist ein FFH-Schutzgebiet von 24,38 ha (18). Das Wässernachtal im Westen des Landkreis Haßberge von der Quelle im Landkreis Schweinfurt bis zur Mündung in den Main bei Wülflingen westlich Haßfurt ist ein besonders schönes, 748,16 ha großes FFH-Schutzgebiet (19).

Der Steigerwald
Die Buchenwälder & Wiesentäler des Nordsteigerwald sind insgesamt ein riesiges FFH-Schutzgebiet von 15.876,84 ha (20), an denen auch die Landkreise Coburg, Bamberg & Schweinfurt teilhaben. Im Steigerwald-Vorland, aber auch in den Haßbergen und im Itz-Baunach Hügelland sind die Gelände der Mausohr-Kolonien (21) ein FFH-Schutzgebiet.

Die 4 Landschaftsschutzgebiete im Landkreis Haßberge
Sie sind rechtsverbindlich festgesetzt ihrer besonderen Schutzwürdigkeit, ihrer Natur und Landschaft wegen. Ihre Entwicklung und Regenerationsfähigkeit sollen gefördert werden für die nachhaltige Nutzung ihrer Naturgüter, Vielfalt, Eigenart, Schönheit und kultur-historischer und Erholungsbedeutung.

Das Wässernachtal ist etwas Besonderes, denn es ist nicht nur ein FFH-Schutzgebiet, sondern auch ein Landschaftsschutzgebiet, in diesem Fall sogar zweigeteilt: das eine, wohl das obere mit Wald, ist ein Landschaftsschutzgebiet mit 362,16 ha (1), das zweite, folglich das untere Landschaftsschutzgebiet, ist mehr als doppelt so groß mit 782,99 ha (2).
Hingegen ist der ganze Naturpark Steigerwald ein Landschaftschutzgebiet mit 88.488,44 ha, an dem der Landkreis Haßberge mit 15.038,60 ha (3) beteiligt ist. Maßgeblich freilich ist der Landkreis Haßberge mit 37.526,49 ha (4) beteiligt an den 56.347,57 ha des Landschaftsschutzgebiet Naturpark Haßberge.

Text: Hans-Werner Bunz, Foto: Autor unbekannt

1) Trockenhänge sind ein Trockengebiet mit geringen Wassermengen im Boden, wenig Regenfall, hohen Lufttemperaturen und starker Verdunstung. 2) In Naturwald-Reservaten ist das Entnehmen von Holz sowie sonstige forstwirtschaftliche Nutzungen verboten 

Hinweis: Die Texte erforderten viel Recherche. Danken möchte ich den staatlichen Veröffentlichungen der Tabellen der Schutzgebiete, ebenso Wikipedia: ohne deren Vorarbeit hätte ich das Projekt nicht realisieren können. Doch erst mit sorgfältigem und deshalb auch langwierigem Landkartenstudium gelang es, eine brauchbare und in weiten Bereichen – so hoffe ich – eine präzise Ortsbeschreibung zu vermitteln.

Teil 2: Spazieren & wandern in Unterfrankens Schutzgebieten: Landkreis Bad Kissingen – Seite 4

Der Landkreis Bad Kissingen hat im Süden als Nachbarn den Landkreis Schweinfurt, im Westen den Landkreis Main-Spessart, im Norden den Landkreis Rhön-Grabfeld und im Osten den Landkreis Haßberge. Der größte Fluss ist die Fränkische Saale, die den Landkreis teilt in Nord und Süd. Das Verwaltungs- und Kulturzentrum, die Stadt Bad Kissingen, liegt im südlichen Teil; die Fränkische Saale teilt auch sie. Die Stadt, eine Große Kreisstadt und ein Bayerisches Staatsbad, ist ein weit bekanntes Kurzentrum, eingebettet in ein Hügelland, das der Fluß im Tal durchschneidet. 22.403 Einwohner (Jahr 2020) hat die Stadt, der Landkreis hingegen 103.218 (Jahr 2018). Er ist damit der zweitgrößte in Unterfranken. Im nördlichen Teil hat der Landkreis einen respektablen Anteil an den Südausläufern des Gebirgzugs Rhön und den Nordostausläufern des Spessartberge. Der Süden hingegen ist relativ flach mit Erhebungen bis 380 m*.

Die Naturschutzgebiete und was sie auszeichnet:
Die Maßnahmen zum Erhalt der Biodiversität, der Vielfalt der Arten, des Ökosystems und der Genetik sowie Maßnahmen zum Artenschutz & das Ökosystem-Management.

Die Naturschutzgebiete im Süden
Nahe Nüdlingen, nur wenige Kilometer nordöstlich von Bad Kissingen, liegt das kleine, nur 2,32 ha große Naturschutzgebiet Grundwiese (1), auch Hornwiese genannt. Noch 14 km weiter im Nord-Osten, südlich von Münnerstadt, lockt das attraktive und 100,74 ha große Naturschutzgebiet der Wacholderheiden (2). Südlich von Bad Kissingen liegt der Vorort Reiterswiesen mit dem 405,15 ha großen Naturschutzgebiet (3) des Reiterswiesener Höhe-Häuserlohwäldchens – eine ehemalige US-Panzer-Übungsbahn. Östlich von Bad Kissingen und westlich von Poppenlauer erstreckt sich das 201,61 ha große Naturschutzgebiet Wurmberg-Possenberg (4). Das Naturschutzgebiet der Waldwiesen im Neuwirtshauser Forst (5), immerhin 158,21 ha groß, liegt nord-westlich vom Obertulba rechter Hand der Autobahn, linkerhand von Hassenbach. Noch weiter nord-westlich, näher an der Straße 27, liegt das Naturschutzgebiet Feuerbachmoor (6), 25,19 ha groß. Das Naturschutzgebiet des Naturwald-Reservats1 Dianensruh, 21,31 ha groß, (7) ist westlich von Münnerstadt, wohl bei Burghausen. Hingegen liegt das Naturschutz-gebiet des Naturwald-Reservats1 Dachsbau, 26,98 ha groß (8), westlich Poppenlauer, jenseits der Autobahn.

Weiter im Süd-Westen, am Ostende von Euerdorf, ist linksseitig das steile Naturschutz-gebiet Haarberg mit 23,77 ha (9). Noch weiter im Süden, bei Machtilshausen, links der Autobahnauffahrt, gibt es das Naturschutzgebiet der Trockengebiete2 mit ihren Pflanzen (10) zu bewundern, immerhin stolze 252,01 ha groß. Noch ein Stück weiter südlich, vorbei an Hammelburg auf der B 27, am Bergtal vorbei am Dorf Obereschenbach, dann oben nach dem Wald rechts abbiegen und die erste Einfahrt in den Wald nutzen, bis zum Bauernhof am Ende fahren, wo es einige Parkplätze gibt: Sie sind auf dem 506 m hohen Sodenberg-Gans (11) mit seinem 492,22 ha großen Naturschutzgebiet, das sowohl den Sodenberg selbst und das rechterhand tiefer liegende Gebiet Gans umfasst. Der Sodenberg-Gipfel ist bewaldet, den aufgelassenen, sehr tiefen Basaltbruch kann man via ehemaliger Straße besichtigen. Zum Gebiet Gans zweigt nach der Schranke ein Fahrweg ab, dem man folgen sollte. Im Frühling blühen hier viele Küchenschellen (violett-blau) und Adonisröschen (gelb) – es soll mitteleuropaweit das größte Gebiet dafür sein. Auch ein ehemaliger Basalt-Steinbruch gehört dazu, den viele seltene Pflanzen bevölkern.

Die Naturschutzgebiete im Westen
Ganz im Westen, gewissermaßen an der Grenze des Landkreises, gibt’s beim Ort Zeitlofs ein 19,23 ha großes Naturschutzgebiet für Schachblumenwiesen (12). Nicht weit von Zeitlofs hinter dem Dorf Rosbach am 477 m hohen Berg Windbühel entspringt der Fluß Schondra, der nach vielen km in die Fränkische Saale mündet; der lange Unterlauf ist ein Naturschutzgebiet (13), an dessen oberen Teil der Landkreis Bad Kissingen mit 70,93 ha beteiligt ist.

Die Naturschutzgebiete im Norden
Im Norden des Landkreises Bad Kissingen ist es sehr bergig. Das größte Naturschutzgebiet sind hier die Kernzonen im bayerischen Teil des Biosphärenreservat Rhön: 2.104,22 ha (14) sind zu betreuen und werden auch gerne besucht. Ein noch größeres Naturschutz-gebiet sind die 832 m hohen Schwarzen Berge (15) mit 3.166,79 ha, südwestlich der Kreuz-berge. Ein besonders typisches Beispiel für die eichenreichen Buchenwälder der Vorrhön ist das Naturschutzgebiet der Naturwald-Insel1Buchwald (16), freilich nur 4,13 ha klein.

Die 17 Flora-Fauna-Habitate – FFH-Schutzgebiete im Landkreis Bad Kissingen
FFH-Gebiete stehen unter dem Schutz der Europäischen Union. Sie schützen Pflanzen (Flora), Tiere (Fauna) und Lebensraumtypen (Habitate). Diese Gebiete sind Teil des europäischen Natura-2000-Netzwerks.

Im Nordwesten
Das FFH-Schutzgebiet der Hohen Rhön (1)- ein großes Gebiet, an dem Bayern einen großen Anteil verwaltet: enorme 19.260,59 ha insgesamt, an dem auch der unterfränkische Landkreis Rhön-Grabfeld beteiligt ist. Im äußersten Nordwesten am Fuß des Kreuzbergs, nahe dem Markt Wildflecken, entspringt im Landkreis Rhön-Grabfeld der Sinn, ein 70 km langer Fluss. Zuerst verläuft sein Weg süd-westwärts bis Zeitlofs, wo die Schmale Sinn (aus dem Landkreis Main-Spessart) zustößt. Verstärkt fließt der Fluß, nun im Landkreis Main-Spessart, strickt südwärts; kurz vor Gemünden verstärkt er noch die Fränkische Saale, die kurz darauf den Main erreicht. Viel kleiner ist das FFH-Schutzgebiet des Einertsberg plus Schondraberg mit den angrenzenden Wäldern (2), immerhin aber 2.379,83 ha groß (inklusive des Anteils des unterfränkischen Landkreis Main-Spessart). Recht nahe bilden zwei aufgelassene Steinbrüche – der Berg Lindenstumpf (500 m) & der Rudelberg (465 m), beide nahe Markt Schondra (3), ein 16 ha kleines FFH-Schutzgebiet. Ein großes FFH-Schutzgebiet gibt es für die Mausohren (eine Fledermausart) – so groß, dass neben dem Landkreis Bad Kissingen (4) auch der Landkreis Rhön-Grabfeld dabei ist. Süd-östlich des 528 m hohen Kreuzberg befinden sich die beiden FFH-Schutzgebiete Schmalwasser & Premichtal (5) mit 343,12 ha in der südlichen Rhön. Das Schondra-Talsystem ist mit 304 ha (6) durchaus ein stattliches FFH-Schutzgebiet, in dessen Bachlauf es Perlmuschelvorkommen gibt und offene Talabschnitte mit lückigen Auwaldresten sowie extensive Magerwiesen.
Der Sinngrund (7) im Norden des Sinntals ist ein 4,09 ha großes FFH-Schutzgebiet; die naturnahe Sinn durchfließt ein breites Wiesental mit größeren Feuchtwiesen, im Talgrund gibt’s Altwasser- und Auwaldreste; etwas sehr Besonderes ist hier Deutschlands größter Bestand von Schachblumen & – einzig in Bayern – der Wuchsort des Haarstrangblättrigen Wasserfenchels.

Im Nordosten
Ein abwechslungsreiches FFH-Schutzgebiet ist die vielfältige Flusslandschaft mit 296,45 ha des Flusses Fränkische Saale (8) vom Ort Steinach am äußersten östlichen Ende des Landkreises Bad Kissingen flußaufwärts bis zum Städtchen Heustreu im unterfränkischen Landkreis Rhön-Grabfeld. Ganz anders geartet ist das große FFH-Schutzgebiet (1.874 ha) jener Laubwälder im Landkreis Bad Kissingen (9), die aus der Richtung Bad Königshofen im Osten (Landkreis Rhön-Grabfeld) landkreisüberschreitend sind mit seltenem Trockenrasen2, orchideenreicher Verbuschung sowie mit Labkraut-Eichen-Hainbuchen- & mit Waldmeister- und Orchideen-Kalk-Buchenwälder.

In der Mitte
Im Westen des Landkreises Bad Kissingen, südlich des 472 m hohen Feuerbergs, entspringt der gut 3 km kurze Bach Sippach, durchmessend das romantische Sippachtal, passierend
ca. 1 km vor der Mündung in den Oberlauf der Schondra die Sippachsmühle und nach ihr auch ein 1,52 ha kleines FFH-Schutzgebiet (10). Das Schondra-Talsystem mit 304 ha ist eine komplexe Verbindung des Flusses Schondra im Westen des Landkreises Bad Kissingen. Ein kleineres FFH-Schutzgebiet sind im Westen in der Südrhön beim Dorf Neuwirtshaus die 184 ha Waldwiesen & Moore (11) im Neuwirtshauser Forst. Ein riesiges FFH-Schutzgebiet von 4.421,81 ha sind hingegen die Wälder & Trockenstandorte2 bei Bad Kissingen & Münnerstadt (12), hier auch in den Landkreis Rhön-Grabfeld reichend.

Im Südwesten
Auch hier gibt es ein FFH-Schutzgebiet (13) für eine Mausohrkolonie (Fledermausart) um Hammelburg herum, vor allem um die Orte Machtilshausen (westlich Hammelburg) und Diebach (östlich Hammelburg. Nicht weit entfernt, nahe der Grenze zum Landkreis Main-Spessart, ragt südwestlich von Hammelburg der 506 m hohe Berg Sodenberg-Gans, ein FFH-Schutzgebiet von 493 ha (14). Es enthält den bewaldeten Gipfel des Sodenbergs inkl. eines tiefen, ehemaligen Basaltbruchs; darüber hinaus auch das tiefer liegende Gebiet Gans, das neben seltenen Adonisröschen und Küchenschellen auch einen ehemaligen Basalt-Steinbruch enthält mit vielerlei Pflanzen. Ein riesiges FFH-Schutzgebiet sind 3.591 ha des 4.000 ha großen aktiven Truppenübungsplatz südlich von Hammelburg (15), auch ein gutes Stück in den Landkreis Main-Spessart hineinreichend, eine weit gewellte Ebene mit 40-80 m Höhenunterschieden; 40 % bewaldet, 60 % sind Wiesenflächen, vorwiegend als Kalkmager- und Trockenrasen2. Ein weiteres, großes FFH-Schutzgebiet von 1.317,10 ha sind östlich von Hammelburg entlang des Saale-Tals die Wälder und Trockengebiete2 (16). Im Südosten des Landkreises südlich Rannungen und Volkershausen ist das ehemalige amerikanische Militär-gebiet des Brönnhof mit seiner Umgebung, beides auch im Landkreis Schweinfurt, ein FFH-Schutzgebiet mit 2.333,95 ha (17), in dem es neben Wildpferden und Wildschweinen viele andere Tiere und auch seltene Pflanzen und Baumarten gibt.

Die 2 Landschaftsschutzgebiete
Sie sind rechtsverbindlich festgesetzt ihrer besonderen Schutzwürdigkeit, ihrer Natur und Landschaft wegen. Ihre Entwicklung und Regenerationsfähigkeit sollen gefördert werden für die nachhaltige Nutzung ihrer Naturgüter, ihrer Vielfalt, Eigenart und Schönheit sowie wegen ihrer kultur-historischen Bedeutung und wegen ihrer Bedeutung für die Erholung der Menschen.

Der Landkreis Bad Kissingen hat nur zwei Landschaftsschutz-Gebiete:
Die ganze Bayerische Rhön ist ein Landschaftsschutzgebiet mit 95.976,24 ha; der Landkreis Bad Kissingen hat daran einen mehrheitlichen Anteil (1) von 53.821,06 ha. Geradezu winzig erscheint dabei in der Gemarkung Arnshausen das Landschaftsschutzgebiet Höret und Zückberg (2) mit 62,24 ha, wenige Kilometer südlich Bad Kissingen.

Text: Hans-Werner Bunz, Foto: unbekannt

1) Naturwald-Reservaten ist das Entnehmen von Holz sowie sonstige forstwirtschaftliche Nutzungen verboten.
2) Trockengebiete sind Gebiete mit geringen Wassermengen im Boden, wenig Regenfall, hohen Lufttemperaturen und starker Verdunstung.


Hinweis: Die Texte erforderten viel Recherche. Danken möchte ich den staatlichen Veröffentlichungen der Tabellen der Schutzgebiete, ebenso Wikipedia: ohne deren Vorarbeit hätte ich das Projekt nicht realisieren können. Doch erst mit sorgfältigem und deshalb auch langwierigem Landkartenstudium gelang es, eine brauchbare und in weiten Bereichen – so hoffe ich – eine präzise Ortsbeschreibung zu vermitteln.

Teil 2: Spazieren & wandern in Unterfrankens Schutzgebieten: Landkreis Rhön-Grabfeld – Seite 5

Der Landkreis Rhön-Grabfeld ist der nördlichste in Unterfranken und bildet zugleich die Grenze Bayerns zu Thüringen und im Westen ein Stück weit zu Hessen. Mit einer Fläche von 1.021,77 km2 ist er von mittlerer Größe. Seine 79.635 Einwohner (Dez. 2019) sind vor allem in Dörfern und kleinen Städten zuhause, die „Haupt- und Verwaltungsstadt“ des Landkreises, Bad Neustadt a.d. Saale, freilich zählt 15.358 Einwohner (Jahr 2019). Die Stadt ist zugleich das Kulturzentrum des Landkreises.

Naturschutz – was heißt das im Detail?
Der Begriff umfasst Maßnahmen zum Erhalt der Biodiversität, der Vielfalt der Arten, des Ökosystems und der Genetik sowie Maßnahmen zum Artenschutz & Ökosystem-Management. Naturschutz ist eine öffentliche Aufgabe, also eine Aufgabe des Staates und seiner jeweiligen Landesregierungen und deren Regionalorganisationen.

Die 20 Naturschutzgebiete des Landkreis Rhön-Grabfeld

Das Bergland der Hochrhön und dessen Vorland
Sie ist das größte Naturschutzgebiet dieses Landkreises: Die Lange Rhön (1)- ein riesiges Gebiet von 3.288,52 ha, auch Hohe Rhön genannt, entlang der Grenze zu Hessen nördlich von Bischofsheim bis weit in den hessischen Landkreis Fulda hineinreichend. Der Anteil des Landkreises Rhön-Grabfeld endet nördlich Fladungen, der nördlichsten Stadt Bayerns; der weiter südlich sich erhebende höchste Berg der bayerischen Rhön, der Kreuzberg, gehört natürlich auch dazu. Das Naturwald-Reservat1 Eisgraben (2), auch Aschelbach genannt, ist ein Naturschutzgebiet von 29,89 ha ganz im Norden dieses Landkreises; ein Bach, entsprungen der Langen Rhön, das Schwarze Moor streifend, und nach einer Fließstrecke in einem Wasserfall in einem tief eingeschnittenen Kerbtal in der Fladunger Mulde in das Flüßchen Streu mündend. In der gleichen Region, nördlich der über 710 m hohen Rother Kuppe, findet man beim Weiler Hillenberg das 28,71 ha große Naturschutzgebiet (3) des Naturwald-Reservat1 Schloßberg, gekrönt von einer Kapelle.
Interessant ist auch das Sinn-Quellgebiet plus dem Südhang des 843 m hohen Arnsberg (4), ein 161,05 ha großes Naturschutzgebiet, gelegentlich mit Sicht weit ins Land. Ein anderer Bach, der Elsbach, mündend südlich in die Streu, vereint zwei Zuflüsse beim Markt Oberelsbach; nordwestlich davon erstreckt sich das Naturschutzgebiet Mühlwiesen mit 69,59 ha (5) entlang der Els. Direkt anschließen bietet der 737 m hohe Gangolfsberg ein 179,50 ha großes Naturschutzgebiet (6) mit Basaltsäulen & Basaltprismenwänden und einem Buchenmischwald, reich an Eiche & Edellaubholz. Direkt anschließend ist das 75,31 ha große Naturschutzgebiet Dünsberg (7).
Etwas süd-westlicher, nordöstlich von Bischofsheim zwischen den Weilern Bauersberg und Weisbach ist das 302,42 ha große Naturschutzgebiet des Steinberg & Weinberg (8). Ein anderes interessantes Naturschutzgebiet sind, nordwestlich von Bischofsheim, die 98,94 ha der Feuchtbereiche am Steizbrunngraben (9). Ganz im Norden der Hochröhn, nördlich von Ostheim v.d. Rhön gibt es das Naturschutzgebiet Weyhershauk (10) mit 26,27 ha – wohl eines der wertvollsten im Biosphärenreservat Rhön. Es bietet sogar einen naturkundlichen Lehrpfad. Ein Sprung nach Osten: Nahe der thüringischen Grenze gibt es bei Mühlfeld das 26,81 ha große Naturschutzgebiet Hubholz (11).

Das Grabfeld und das Henneberger Hügelland
Nördlich von Bad Königshofen im Grabfeld, nah der Grenze zu Thüringen, liegt nordöstlich von Ottelmannshausen und südöstlich von Irmelshausen das recht stattliche Natur-schutzgebiet Poppenholz mit seinen 210,20 ha (12) – ein bewaldetes Gebiet mit Trocken-hängen (mit geringen Wassermengen im Boden) und mit vorgelagerten Hecken. Östlich von Bad Königshofen i.G., bei Trappstadt, ist ein weiteres Naturschutzgebiet, Altenberg (13) genannt; es erstreckt sich mit seinen 254,17 ha nordöstlich, östlich und südöstlich um Trappstadt entlang der Landesgrenze zu Thüringen. Ebenso sehenswert sind die 268,28 ha großen Trockengebiete* (14) nordwestlich von Mittelstreu – ein interessantes Naturschutzgebiet.

Die nördlichen Haßberge
In der Gemarkung Alsleben, sind die Trocken- und Halbtrockenrasen mit Gebüschen, Einzelbäumen und Gehölzgruppen ein Naturschutzgebiet von 26.86 ha (15). Auch das 9,87 ha kleine Naturschutzgebiet Nesselgrund (16) liegt im nördlichen Teil der Haßberge, ca. 8 km südlich der Stadt Bad Königshofen i.G. zwischen der Einöde Sambachshof (inzwischen auch ein Ausflugsziel) und nord-westlich von Bundorf (Landkreis Haßberge). In dieser Region ist auch das Naturschutzgebiet des 51,5 ha großen Naturwald-Reservat1 Nesselsee (17) zu finden. Südlich von Bad Neustadt im Bereich des Vororts Salz (und südlich davon) sind die Saalewiesen ein mit 152,7 ha stattliches Naturschutzgebiet (18) und zweifellos ein Erlebnis. Nur wenige Kilometer nördlich von Bad Neustadt bietet die Gemeinde Unsleben neben dem Wasserschloss als zweite Attraktion: das Naturschutzgebiet der 40,85 ha Unslebener Trockenhänge (19).
Gewissermaßen außer der Reihe sind die bayerischen Biosphären-Kernzonen ein großes Naturschutzgebiet von 1.376,06 ha (20). Sie erstrecken sich auch auf den Landkreis Bad Kissingen. Geschützt werden sollen die natürlich ablaufenden Prozesse ohne Einfluss des Menschen.
1) Verbot von Holzentnahme & sonstige forstwirtschaftliche Nutzungen)

Die Flora-Fauna-Habitate – FFH-Schutzgebiete – im Landkreis Rhön-Grabfeld
Sie sind gleichwertig, aber anders. FFH-Schutzgebiete stehen unter dem Schutz der Europäischen Union. Sie schützen Pflanzen (Flora), Tiere (Fauna) und Lebensraumtypen (Habitate). Diese Gebiete sind Teil des europäischen Natura-2000-Netzwerks. Diese Initiative hat als Ziel ein europäisches Schutzgebietsnetz für wildlebende Pflanzen und Tiere in ihren natürlichen Lebensräumen; Vogelschutzgebiete gelten darin als besondere Schutzgebiete.

Die 19 FFH-Schutzgebiete im Landkreis Rhön-Grabfeld
Das Bergland der Hochrhön und ihr Vorland
Die ganze Bayerische Hohe Rhön (1) ist mit enormen 19.260,59 ha ein FFH-Schutzgebiet, an dem im Süden auch der Landkreis Bad Kissingen beteiligt ist; es sind Hochlagen mit weiträumigen, mosaikartig verzahnten, vielgestaltigen Wiesengesellschaften, großflächigen Borstgrasrasen sowie wertvollen Moorgebieten, darüber hinaus strukturreiche Wälder. In den Bächen gibt es u. a. das seltene Bachneunauge, aber auch den Kammmolch, in der Luft flattern der Goldene Schneckenfalter und der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling; am Boden wachsen Frauenschuz und firnisglänzendes Sichelmoos. Östlich von Bischofsheim a.d.Rhön entspringt die Brend als Bach, wendet sich nach Bischofsheim Richtung Süd-Osten, passiert nach den 460 m hohen Bergen Debachsberg (rechts) und Lembachsberg (links) den Ort Schönau und mündet bei Bad Neustadt in die Fränkische Saale; 424,23 ha dieses Tales (2) sind ein FFH-Schutzgebiet. Bei Schönau gibt noch ein 3 ha kleines FFH-Schutzgebiet (3): einige Teiche. Ebenso ein FFH-Schutzgebiet, ein sehr großes sogar mit 1.275,52 ha, ist das Bachsystem des Flüßchens Streu (4). Ein durchaus stattliches FFH-Schutzgebiet sind die Trockengebiete mit 789,74 ha (5) vor der Rhön zwischen Mellrichstadt und Fladungen; hier findet man Kalk-Trockenrasen und viele Orchideenarten, auch Waldmeister-Buchenwälder und Wacholderbestände, Gelbbauchunken und den Goldenen Schneckenfalter. Ganz im Osten des Landkreises – und aus Osten kommend fließt die Milz zwischen Irmelshausen und Kleineibstadt, wo sie die Fränkische Saale verstärkt; beide, Milz- & oberes Tal der Fränkischen Saale sind mit 757,51 ha ein FFH-Schutzgebiet (6). Der Trockenverbund (7) vom Gebiet Rhön zum Gebiet Grabfeld zwischen Oberelsbach und Bastheim ist ein 616,49 ha großes FFH-Schutzgbiet mit Trockenrasen, allerlei Orchideen, Hainbuchen- und Buchenwäldern, Wachholderbeständen; hier fühlt sich auch die Bechsteinfledermaus heimisch. Westlich von Bad Neustadt bilden zwei Täler, das Schmalwassertal mit dem Bach Schmalwasser & das Premichtal mit dem Bach Premich (nach dem Ort Premich), zwischen beiden ein bewaldeter 455 m hoher Berg, ein FFH-Schutzgebiet von 343,12 ha (8), an dem auch Landkreis Bad Kissingen einen Anteil besitzt. Südlich von Mellrichstadt erstreckt sich linksseitig vom Ort Oberstreu das Tal des Bahra-Bachs: 65,62 ha lang (9) ist es ein FFH-Schutzgebiet. Einen relativ kleinen Anteil an den 4.421,81 ha der Wälder und Trockenstandorte von Münnerstadt – jener bis zur Grenze zum benachbarten Landkreis Bad Kissingen – des insgesamt am 4.421,81 ha großen FFH-Schutzgebiet der Wälder und Trockenstandorte (10), dessen Hauptanteil im Landkreis Bad Kissingen sich fortsetzt. Es sind Erlen-, Eschen- und Weichholzauenwälder sowie Hainbuchen- & Eichenwälder, Wälder mit Waldmeister und Orchideen – und mit seltenen Fledermäusen, mit Unken und Wassermolch, Hirschkäfer und der Pflanze Frauenschuh.
Eine Besonderheit als FFH-Schutzgebiet sind die vielen Mausohrkolonien (11) im Teil der Rhön dieses Landkreises – und auch südlicher im Landkreis Bad Kissingen. Ebenso eine Besonderheit – und deshalb ein FFH-Schutzgebiet – sind in der Rhön die Winterquartiere der Mopsfledermaus (12), eine weitere Besonderheit ist ihr Vorkommen und überwintern in den Winterquartieren ein FFH-Schutzgebiet bei Bad Neustadt (13).

Das Grabfeld mit Henneberger Land
Das Kilometer lange Flusstal der Fränkischen Saale ab Heustreu, vorbei an Bad Neustadt, an Salz, dann nach Westen wendend wie eine Schlange, vorbei am 365 m hohen Palmsberg und am 431 m hohen Mehlberg bis Steinach (Landkreis Bad Kissingen) ist ein FFH-Schutzgebiet von 296,45 ha (14). Auch die Mittel-Laubwälder (15) bei Bad Königshofen sind ein FFH-Schutzgebiet, ein sehr großes von 1.874 ha mit 91 % Wald (auch in den Landkreis Bad Kissingen reichend), offenes Land ist der Rest. Besondere Aufmerksamkeit gilt hier der Tierwelt dieser Laubwälder. Eine Begutachtung (2019) ergab, dass erhebliche Verbesserungen zu unternehmen sind für Totholz oder dem Stehenlassen von Biotop-Bäumen. Ganz östlich von Bad Königshofen gibt es nördlich, östlich und südlich von Trappstadt entlang der Grenze zu Thüringen das 304 ha große FFH-Schutzgebiet Altenburg (16). Ein ungewöhnliches FFH-Schutzgebiet, weil ein See, ist der 12 ha große Reutsee (17) direkt bei Sulzfeld a.d. Lederhecke.

Die nördlichen Haßberge
Der Bundorfer Forst ist ein 18,06 qkm großer Wald nordwestlich von Bundorf (Landkreis Bad Kissingen). Dieser Wald und seine beiden Baunach-Quellbäche, letztere entstanden im Gebiet des Landkreis Rhön-Grabfeld, bilden zusammen ein sehr großes FFH-Schutzgebiet von 1.541 45 ha (18). Eine Zusammenfassung verschiedener Trockenhänge im Saale-, Streu-, Löhnrieter Tal mit zusammen 149 ha bilden ein weiteres FFH-Schutzgebiet (19).

Im Landkreis Rhön-Grabfeld gibt es bislang keine Landschaftsschutz-Gebiete.

Text: Hans-Werner Bunz, Foto: unbekannt

Hinweis: Die Texte erforderten viel Recherche. Danken möchte ich den staatlichen Veröffentlichungen der Tabellen der Schutzgebiete, ebenso Wikipedia: ohne deren Vorarbeit hätte ich das Projekt nicht realisieren können. Doch erst mit sorgfältigem und deshalb auch langwierigem Landkartenstudium gelang es, eine brauchbare und in weiten Bereichen – so hoffe ich – eine präzise Ortsbeschreibung zu vermitteln.

Teil 2: Spazieren & wandern in Unterfrankens Schutzgebieten: Landkreis Kitzingen – Seite 6

Der Landkreis Kitzingen ist in Unterfranken der südöstlichste, gleichzeitig östlicher Nachbar des Landkreis Würzburg, im Norden auch Nachbar des Landkreis Schweinfurt, nah bei Kolitzheim endet der Landkreis Kitzingen. Östlichster Ort ist Geiselwind, südlichster das Dorf Martinsheim-Gnötzheim, westlichster der Ort Theilheim. Der Landkreis Kitzingen bevölkern 91.155 Bewohner (31.12.2019); die Kreisstadt Kitzingen
Die Volkacher Mainschleife beherrscht der Landkreis Kitzingen, rechtsmainisch freilich begleitet der Landkreis Würzburg ein Stück weit den Fluß. Der schiffbare Main ist gewissermaßen eine Art Lebensader auch dieses Landkreises – und beglückt nach Volkach auch Dettelbach, die Kreisstadt Kitzingen, trennt die Orte Segnitz (rechtsmainisch) und Marktbreit (linksmainisch) – südlichster Punkt des Mains. Kurz nach Marktbreit beginnt der Landkreis Würzburg.

Naturschutz – was heißt das im Detail?
Der Begriff umfasst Maßnahmen zum Erhalt der Biodiversität, der Vielfalt der Arten, des Ökosystems und der Genetik sowie Maßnahmen zum Artenschutz & Ökosystem-Management. Naturschutz ist eine öffentliche Aufgabe, also eine Aufgabe des Staates und seiner jeweiligen Landesregierungen und deren Regionalorganisationen.

Die 15 Naturschutzgebiete im Landkreis Kitzingen
Im Norden
Der Altmain-Bogen zwischen Volkach und Schwarzach – ein Naturschutzgebiet von 63,02 ha – vereint Fließgewässer, Stillwasserzonen, Buhnenfeldern, Gehölze, Mähwiesen (1) zu einem Lebensraum bedrohter Pflanzen– und wassergebundenen Vogelarten; vom 15.12. – 15.8. ist das Verlassen der Wege verboten, Der Dürringswasen bei Astheim in der Mainschleife ist ein Naturschutzgebiet von 11,3 ha – ein Lebensraum (2) trockener, nährstoffarmer Sandböden für Moose, Flechten, gefährdete Blütenpflanzen, aber auch für Wildbienen, Zauneidechsen und Schlingnattern. 3. Der Wald an der Hallburg, ein Naturschutzgebiet von 9,42 ha (3), umfasst weitgehend den nach Norden geneigten Hangwald mit hohem Artenreichtum an Frühlingsgeophyten (Erdpflanzen, mehrjährige krautige Pflanzen); sie bewältigen ungünstige Lebensbedingungen mittels unterirdischer Organe. Am Elgersheimer Hof, östlich vom Dorf Fahr an der Mainschleife, ist das mit 3,46 ha kleine Naturschutzgebiet (4) für die Relikte der Sandgrasheiden, Lebensraum für Trockenheit und Hitze liebende, seltene Tier- und Pflanzenarten. Die 26,38 ha am Mainhang an der Vogelsburg sind neben dem Halbtrockenrasen (aufwändig zu pflegen) und dem Hangwald (5) ein Naturschutzgebiet; betreten außerhalb gekennzeichneter Wege vom 20.03. – 31.07. verboten.
Am rechten Altmainufer bei Sommerach sind die Buhnenfelder mit Auwaldresten, Hangwäldern und Wiesen (6) ein 19,48 ha großes Naturschutzgebiet. Ein weiteres Naturschutzgebiet von 93,10 ha ist die Mainaue (7) zwischen Sommerach und Köhler ein Mosaik aus Wiesen, Auwald, Weidengebüschen, Buhnenfeldern und Verlandungsflächen. Zugleich ist es auch ein Vogelschutzgebiet, das von 15.12. – 31.07. nur auf gekennzeichneten Wegen begangen werden darf. Die 105,58 ha großen Sandfluren (8) bei Volkach, Schwarzach a.M. und Sommerach sind ein Naturschutzgebiet – auch für Sandmagerrasen, –heiden und andere Flugsandflächen in Ihrer Verzahnung mit lichten Wäldern, Streuobstbeständen und Wasserläufen und vielen seltenen Tier- und Pflanzenarten.
Der Belkers (9) bei Großlangheim, ein 31,26 ha großes Naturschutzgebiet im Steigerwaldvorland – ein seltener Waldtyp mit Erlen-Eschen-Auwald une Eichen-Hainbuchenwald und typischen Bewohnern wie der Bechsteinfledermaus oder waldrandabhängigen Schmetterlingsarten; von 1.3. – 15.5. darf man nur die gekennzeichneten Wege benutzen. Das 7,87 ha kleine Naturschutzgebiet Kranzer (10) in der Gemarkung Großlangheim sind seltene Feuchtbiotope mit oft sehr seltenen Pflanzenarten, weshalb sie auch Wiesenbrüter anziehen. Bei Kleinlangheim und Haidt ist das 37,80 große Naturschutzgebiet Sande am Tannenbusch (11) – trockene Sandstandorte, vernetzt mit Feuchtgebieten, Wiesen und Waldrändern.

Im Süden
Der 472 m hohe Schwanberg am Steigerwaldrand nahe Rödelsee bietet ein kleines Naturschutzgebiet von 9,27 ha (12) mit Resten eines einst ausgedehnten Kalk-Magerrasens. Beweidung bewahrt allerlei Pflanzenarten vor der Verbuschung; vielfältige Insektenarten tummeln sich, aber auch Schlingnattern. Wenige Kilometer südlich von Kitzingen ist linksmainisch das 73,67 ha große Naturschutzgebiet des Markstefter Tänning (13). Bei Markteinersheim – südlich Iphofen am Steigerwaldrand – ist der Schloßbergsattel ein 78 ha großes Naturschutzgebiet (14) auf dem Höhenrücken vom Rand des Maintals bis nach Sickerhausen nahe Kitzingen; die strukturreiche Kulturlandschaft wechselt von extensivem Ackerbau über Streuobst-Anlagen mit Waldparzellen, Feuchtflächen, Sandmagerrasen – und vielfältiger Tierweld: Amphibien, Reptilien, Vögel, Insekten, Säugetiere. Das 76,28 ha große Naturwald-Reservat1 Wolfsee ist ebenfalls ein Naturschutzgebiet (15) ohne forstliche Nutzung für einen Wald reich an Totholz: gut für eine Vielzahl an Arten wie Pilze, Moose und Tiere.

Die 10 FFH-Schutzgebiete – Flora-Fauna-Habitate – im Landkreis Kitzingen
Sie sind gleichwertig, aber anders. FFH-Schutzgebiete stehen unter dem Schutz der Europäischen Union und schützen Pflanzen (Flora), Tiere (Fauna) und Lebensraumtypen (Habitate). Diese Gebiete sind Teil des europäischen Natura-2000-Netzwerks. Diese Initiative hat als Ziel ein europäisches Schutzgebietsnetz für wildlebende Pflanzen und Tiere in ihren natürlichen Lebensräumen; Vogelschutzgebiete gelten darin als besondere Schutzgebiete.

Im Norden
Die Main-Aue zwischen Grafenrheinfeld (südlich Schweinfurt) und Kitzingen ist großes, weil langes ein FFH-Schutzgebiet von 1.380,10 ha (1); südlich Stammheim a.M. endet der Anteil des Landkreis Schweinfurt, danach ein kurzes Stück durch den Landkreis Würzburg, danach bis Kitzingen im gleichnamigen Landkreis: Es ist Schutzgebiet mit Auwaldresten, Baggerseen, Sandterrassen, Altwässern und freifließendem Flussabschnitten. Bei Prosselsheim, westlich von Escherndorf, ist das Gebiet des Prosselsheimer Holz (2) mit 223 ha ein durchaus stattliches FFH-Schutzgebiet, an dem auch der Landkreis Würzburg beteiligt ist.Die Sandgebiete weiter südlich bei Schwarzach und noch weiter südlich bei Klein- & Großlangheim mit zusammen 223 ha (3) bilden ein FFH-Schutzgebiet.

Im Süden
Der Flugplatz Kitzingen (4), so seltsam es klingen mag, ist ein 119,71 ha großes FFH-Schutzgebiet mit basenreichem Sandrasen; gelegen bei Kitzingen-Etwashausen ist er heute nur genutzt vom örtlichen Luftsportclub. Die Labkraut- & Sternnieren-Eichen-Hainbuchenwälder zwischen Mainbernheim, Willanzheim und Tiefestockheim (5) sind ein FFH-Schutzgebiet, 301,74 ha groß, mit Bewohnern wie die Gelbauchunke, den großflügeligen Nachtfalter „Spanische Flagge“ und den Hirschkäfern. Ein weiteres FFH-Schutzgebiet, 25 ha klein, liegt zwischen Willanzheim und Markteinersheim (6): Es sind die Kalkluftquellen. Die Trockentalhänge im südlichen Maindreieck (7) sind mit ihren 511,77 ha ein stattliches FFH-Schutzgebiet, an dem auch der Landkreis Würzburg beteiligt ist. Ein sehr großes FFH-Schutzgebiet ist die Region Vorderer Steigerwald (8) mit dem 472 m hohen Schwanberg: riesige 8.350,89 ha! Daran beteiligt ist auch der Landkreis Neutstadt/Aisch-Bad Windsheim.

Eine Besonderheit sind die streng geschützten Mausohr-Kolonien (9), eine Fledermaus-Art, die im Steigerwald-Vorland als FFH-Schutzgebiet bis in den Landkreis Haßberge zu finden sind. Gleiches gilt auch für die 4,74 ha der Fledermaus-Winterquartiere im FFH-Schutzgebiet von Steigerwald & Frankenhöhe (10), daran auch die Landkreise Ansbach un Neutstadt/Aisch-Bad Windsheim partizipieren.

Die 4 Landschaftsschutzgebiete
Sie sind rechtsverbindlich festgesetzt ihrer besonderen Schutzwürdigkeit, ihrer Natur und Landschaft wegen. Ihre Entwicklung und Regenerationsfähigkeit sollen gefördert werden für die nachhaltige Nutzung ihrer Naturgüter, ihrer Vielfalt, Eigenart und Schönheit sowie wegen ihrer kultur-historischen Bedeutung und wegen ihrer Bedeutung für die Erholung der Menschen.

Die Volkacher Mainschleife ist als Ganzes ein 5326,45 ha großes Landschaftsschutz-Gebiet, an dem der Landkreis Kitzingen den größten Anteil hat mit 3.297,63 ha (1). Ebenfalls ein Landschaftsschutz-Gebiet sind verschiedene Landschaftsteile der Gemeinde Reupelsdorf plus dem zugehörigen Staatswald Revier (2), beachtliche 210,6 ha. Beteiligt ist der Landkreis Kitzingen beachtlich mit 12.375,2 ha am Landschaftsschutz-Gebiet Naturpark Steigerwald (3), der insgesamt 88.488,44 ha (!) groß ist. Sehr groß ist auch das Landschaftsschutz-Gebiet des Naturpark Haßberge mit insgesamt 56.347,57 ha, woran der Landkreis Kitzingen den größten Teil verantwortlich betreut: 37.526,49 ha (4).

Text: Hans-Werner Bunz, Foto: unbekannt

Hinweis: Die Texte erforderten viel Recherche. Danken möchte ich den staatlichen Veröffentlichungen der Tabellen der Schutzgebiete, ebenso Wikipedia: ohne deren Vorarbeit hätte ich das Projekt nicht realisieren können. Doch erst mit sorgfältigem und deshalb auch langwierigem Landkartenstudium gelang es, eine brauchbare und in weiten Bereichen – so hoffe ich – eine präzise Ortsbeschreibung zu vermitteln.

Teil 2: Spazieren & wandern in Unterfrankens Schutzgebieten: Landkreis Würzburg – Seite 7

Hier integriert im Landkreis ist die Stadt Würzburg, was insofern ungewöhnlich ist, weil die Stadt gewissermaßen – wie auch in Schweinfurt und Aschaffenburg – ein eigenes Hoheitsgebiet ist. Hier in Würzburg ist der Regierungssitz der Region Unterfranken. Die Stadt am Main, umgeben von Weinbergen, zählt 127.934 Einwohner (31.12.2019) auf den 87,63 km2 des Stadtgebiets. Es ist eine sehr alte Stadt: Erstmals wurde sie im Jahr 704 als Befestigungsanlage „castello Virteburh“ urkundlich erwähnt. Die vielfältige Geschichte der Stadt soll hier nicht erzählt werden, nur soviel, dass ein Besuch der Innenstadt mit ihren Prachtbauten der einstigen Fürstbischöflichen Residenz lohnt. Zugleich ist die Stadt auch eine Universitätsstadt, deren Universität einen sehr guten Ruf genießt.

Naturschutz – was heißt das im Detail?
Der Begriff umfasst Maßnahmen zum Erhalt der Biodiversität, der Vielfalt der Arten, des Ökosystems und der Genetik sowie Maßnahmen zum Artenschutz & Ökosystem-Management. Naturschutz ist eine öffentliche Aufgabe, also eine Aufgabe des Staates und seiner jeweiligen Landesregierungen und deren Regionalorganisationen.

Die 13 Naturschutzgebiete von Stadt und Landkreis Würzburg

Nördlich Würzburg
In nord-östlicher Richtung an der Volkacher Mainschleife hat auch der Landkreis Würzburg einen kleinen Anteil: Der Mainhang an der Vogelsburg (1) ist ein Naturschutzgebiet von 26,66 ha. Gewissermaßen über den Main gegenüber bei Margretshöchheim ist das scheren-förmige, 15,30 ha kleine Naturschutzgebiet Bährnthal-Hüttenthal (2): Der südliche Teil des Hüttenthals (gegenüber der Weinlage Margretshöchheimer Bärnthal) ist ein Scherenteil, der nördlich/nordwestliche Hangbereich des Bärentals der andere. Das Naturschutzgebiet von 16,5 ha ist der Edelmanns Wald (3) nördlich Veitshöchheim: Ein Waldrand an der Hangkante mit Buchen und Eichen in Nord-Südrichtung der rechtsmainischen Weinberge. Hinzu kommen noch die Naturschutzgebiete der Blaugrashalden (4) unterhalb der Kalkhänge und in den Weinbergen mit 9,42 ha, ebenfalls in Nord-Südrichtung – beide umringen gewissermaßen die Ruine der Ravensburg. Noch weiter nördlich bei Thüngersheim ist rechts des Mains das 34,19 ha große Naturschutzgebiet der Höhfeldplatte & des Scharlachberg (5). Gegenüberliegend, linksmainisch, ist bei Unterleinach ein kleines Teilstück von 9,46 ha (6) des Volkenberg ein Naturschutzgebiet.

Im Stadtgebiet Würzburg
Der Bromberg-Rosengarten (36,76 ha), nahe dem Stadtbezirk Heuchelhof, gilt als ältestes Naturschutzgebiet der Stadt (7). Im ehemaligen Steinbruch wachsen an der Hangkante Wildrosen wie Hunds-, Wein- und Ackerrose. In Würzburgs Süden, zwischen der Ortsteil Heidingsfeld und Markt Reichenberg lockt das Naturschutzgebiet des Naturwald-Reservats1 Waldkugel (8) mit seinen 73,24 ha (ein Waldparkplatz gibt’s ca. 1 km vor Reichenfeld rechts via Forststraße nach 400 m, wo der Rundweg beginnt).

Südlich Würzburg
Teilweise, nämlich nur 67,12 ha, des steilen Marsberg-Wachtelberg, nörd-/nordöstlich von Randersacker, ist ein Naturschutzgebiet (9) mit Bäumen, Verbuschungen, auch Wegen, und entsprechender Pflanzen & Kleintierwelt. Ein natürliches und wildes Naturschutzgebiet ist das 5,79 ha kleine Blutsee-Moor (10), rechts der Autobahn zwischen Kist im Norden und Gerchsheim im Süden.

Ebenso ein Moor und Naturschutzgebiet ist das Zeubelrieder Moor, 5,09 ha klein (11), beim Dorf Zeubelried rechts des Mains nördlich vom sehenswerten Ort Ochsenfurt. Zugleich lockt da auch das 28,57 ha Naturschutzgebiet des Maintalhangs am 285 m hohen Klein-Ochsenfurter Berg (12). Südwestlich von Würzburg und südlich Neubrunn gibt es ein großes Naturschutzgebiet bei Böttigheim: Die 150,08 ha Trockenhänge des Rainberg bei Böttigheim (13).

Die 15 Flora-Fauna-Habitate – FFH-Schutzgebiete – im Landkreis Würzburg
Sie sind gleichwertig, aber anders. FFH-Schutzgebiete stehen unter dem Schutz der Europäischen Union. Sie schützen Pflanzen (Flora), Tiere (Fauna) und Lebensraumtypen (Habitate). Diese Gebiete sind Teil des europäischen Natura-2000-Netzwerks; dieses hat als Ziel ein europäisches Schutzgebietsnetz für wildlebende Pflanzen und Tiere in ihren natürlichen Lebensräumen; Vogelschutzgebiete gelten darin als besondere Schutzgebiete.

Im Norden
Die viele Kilometer lange Main-Aue im Osten zwischen Grafenrheinfeld (Landkreis Schweinfurt), der Volkacher Mainschleife bis zur Stadt Kitzingen (Landkreis Kitzingen) ist ein FFH-Schutzgebiet von 1.380,10 ha (1); der Anteil des Landkreises Würzburg ist dabei gering im Vergleich zu den beiden anderen. Das Proselsheimer Holz, ein 233 ha großes FFH-Schutzgebiet an der Volkacher Mainschleife (2), östlich von Escherndorf, ein kleines Stück davon gehört auch zum Landkreis Kitzingen. Ebenfalls nördlich Würzburgs liegt das mit 4.241,08 ha riesige FFH-Schutzgebiet des Gramschatzer Wald (3). Er ist so vielgestaltig, dass man im Internet sich 20 interessante Wandertouren aussuchen kann. Nordwestlich Würzburg mainabwärts liegt links des Main das stattliche, 842,13 ha große FFH-Schutzgebiet des Gemeindewalds (4) von Zellingen; ein Stückerl des Schutzgebiets gehört sogar zum Nachbarkreis Main-Spessart. Etwas flußaufwärts locken beim Ort Leinach ihn umschlingende Trockenstandorte; mit ihren typischen Pflanzen und Tieren sind sie ein 511,77 ha großes FFH-Schutzgebiet (5); diese 159 Seiten starke, wissenschaftliche Broschüre lohnt zu lesen für’s Verständnis dieser einzigartigen Pflanzen und Tierwelt. Die Maintal-Hänge zwischen Veitshöchheim flussabwärts bis Gambach (Landkreis Main-Spessart) sind ein 866,15 ha großes FFH-Schutzgebiet (6). Ein noch größeres FFH-Schutzgebiet mit 1.033,43 ha sind die vielfältigen Laubwälder rings um Würzburg (7). Das Prosselsheimer Holz, nordöstlich nahe der Volkacher Mainschleife und westlich von Escherndorf, ist als Waldstück von 233 ha (8) ein FFH-Schutzgebiet, an dem auch der Landkreis Kitzingen partizipiert.

Eine Besonderheit als FFH-Schutzgebiet von 6 ha sind die Fledermaus-Quartiere in der Festung Marienberg (9), stattliche 100 m oberhalb des Mains in Würzburg. Im ganzen Main-Dreieck zwischen Schweinfurt im Nord-Osten, Ochsenfurt im Süden und Thüngersheim im Nord-Westen haben die Mausohren – eine Fledermausgattung der Familie „Glattnasen“ (Vespertilionidae) – ihre „Wochenstuben“ – auch das ein FFH-Schutzgebiet (10); sie dürfen nicht gestört werden.

Die 6 Landschaftsschutzgebiete im Landkreis Würzburg
Sie sind rechtsverbindlich festgesetzt ihrer besonderen Schutzwürdigkeit, ihrer Natur und Landschaft wegen. Ihre Entwicklung und Regenerationsfähigkeit sollen gefördert werden für die nachhaltige Nutzung ihrer Naturgüter, ihrer Vielfalt, Eigenart und Schönheit sowie wegen ihrer kultur-historischen Bedeutung und wegen ihrer Bedeutung für die Erholung der Menschen

Ganz im Nordosten des Landkreis Würzburg ist die ganze Volkacher Mainschleife ein Landschaftsschutzgebiet mit 5326,45 ha (1), woran der Landkreis Würzburg seinen Anteil von 1.154,94 ha verantwortet, ebenfalls Anteile haben der Landkreis Schweinfurt, vor allem aber der Landkreis Kitzingen. Südöstlich von Würzburg – am Ende des Maindreiecks – mündet bei Ochsenfurt links des Mains der Thierbach in den Main; das ganze Thierbach-Tal (2) ist mit seinen 139,07 ha ebenfalls ein Landschaftsschutzgebiet, berühmt auch durch große Aufkommen von Bärlauch & Märzenbecher. Ein interessantes Landschaftsschutzgebiet ist rechts des Mains bei Ochsenfurt innerhalb des Maindreiecks der auf 300 m Höhe sich erstreckend Ochsenfurter Forst plus dem Hübner Holz (3) ein Landschaftsschutzgebiet von 146,30 ha Größe. Der Übergang vom Flußbett auf die Höhe ist steil, was etwas Mühe macht, die Hochfläche mit den Wäldern zu erreichen. Flußabwärts, östlich von Würzburg sind 282,85 ha beim rechtsmainischen Thüngersheim ein Maintal-Landschaftsschutzgebiet (4). Ein weiteres Landschaftsschutzgebiet im Maintal, ca. 10 km lang mit 80,03 ha vom linksmainischen Markt Zell a.M. bis zur Landkreis-Grenze (5), ca. 2 km vor Zellingen im Landkreis Main-Spessart. Ein unübersehbares Landschaftsschutzgebiet von 400 ha ist der linksmainische, 355 m hohe Volkenberg (6) mit der Burgruine Falkenberg und seinem Schwarzkieferwald.

Text: Hans-Werner Bunz, Foto: unbekannt

1) In Naturwald-Reservaten sind Holzentnahmen & sonstige forstwirtschaftliche Nutzung verboten.

Hinweis: Die Texte erforderten viel Recherche. Danken möchte ich den staatlichen Veröffentlichungen der Tabellen der Schutzgebiete, ebenso Wikipedia: ohne deren Vorarbeit hätte ich das Projekt nicht realisieren können. Doch erst mit sorgfältigem und deshalb auch langwierigem Landkartenstudium gelang es, eine brauchbare und in weiten Bereichen – so hoffe ich – eine präzise Ortsbeschreibung zu vermitteln.

Teil 2: Spazieren & wandern in Unterfrankens Schutzgebieten: Landkreis Main-Spessart – Seite 8

Der Landkreis Main-Spessart schließt sich an die unterfränkischen Landkreise Bad Kissingen im Norden, Schweinfurt im Osten und Würzburg im Süd-Osten (alle in Bayern) und bildet den Übergang nach Westen – ein kleines Stück auch zum baden-württembergischen Landkreis Main-Tauber – danach auch an die unterfränkisch-bayerischen Landkreise Miltenberg und Aschaffenburg. Die Grenze des hessische Main-Kinzig-Landkreis im Norden ist gewissermaßen ein Stück weit die Klammer zwischen den bayerischen Landkreisen Bad Kissingen und Aschaffenburg. Die „Hauptstadt“ des Landkreis Main Spessart ist Karlstadt am Main, eine Kreisstadt mit 15.004 Einwohnern (Jahr 2018); der Landkreis selbst hat 126.158 Einwohner (31.12.2019).

Naturschutz – was heißt das im Detail?
Der Begriff umfasst Maßnahmen zum Erhalt der Biodiversität, der Vielfalt der Arten, des Ökosystems und der Genetik sowie Maßnahmen zum Artenschutz & Ökosystem-Management. Naturschutz ist eine öffentliche Aufgabe, also eine Aufgabe des Staates und seiner jeweiligen Landesregierungen und deren Regionalorganisationen.

Die 15 Naturschutzgebiete des Landkreis Main-Spessart
Dieser Landkreis ist in der Fläche mit Abstand der größte mit 1.321,42 km2 in Unterfranken. Karlstadt a. Main als Kreis- und Verwaltungsstadt dieses Landkreises – nur 30 km mainabwärts von Würzburg. 14.948 der 121.158 Einwohner des Landkreises leben in Karlstadt, eine Stadt mit 12 Gemeindeteilen im Umkreis. Karlstadt selbst ist eine sehenswerte Stadt mit interessanten historischen Datails wie die einstige Karlsburg am gegenüberliegenden Ufer des Mains, aber auch das Maintor, die Altstadt mit dem historischen Rathaus sind sehens- und besuchenswert.

Im Norden
Ein stattliches Naturschutzgebiet von 379,14 ha, ganz im Norden des Landkreises, ist der Sinngrund bei Obersinn (1): Hier gibt es – im Frühjahr – die seltene, violette Schachblume zu bewundern in erstaunlicher Menge – es ist das größte Vorkommen in Deutschland; die Feuchtwiesen der Sinn sind offenbar ideal dafür. Deutlich kleiner mit 32,26 ha ist das Naturschutzgebiet des Naturwald-Reservat1 Gansbrunn am Nordwesthang (2) des 485 m hohen Einertsberg oberhalb der Quelle des Leitenbachs (bereits Teil der Rhön; die Sinn grenzt Spessart und Rhön). Das mit 19,46 ha kleine Naturschutzgebiet des Naturwaldreservat1 Schubertswald (3) ist rechts der Sinn wenige Kilometer südwestlich der Einmündung des Fluß Jossa in die Sinn.

Weiter westlich im Spessart, südwestlich von Partenstein beim Ort Krommenthal, liegt an dessen höchster Erhebung, dem 388 m hohen Mittelrain, das beachtliche, 268,94 ha große Naturschutzgebiet der Spessartwiesen (4). Im Osten des Landkreises, süd-östlich Gemünden ist bei Gössenheim a.d. Wern lockt das 612,32 ha große, wildromantische Naturschutzgebiet rund um die Ruine des einstigen Schlosses Homburg (5) mit ihren Trockenwiesen, deren seltene Pflanzen plus schöner Aussicht. Weiter südlich, Wern aufwärts, gibt es bei Eußenheim a.d. Wern das 26,84 ha kleine Naturschutzgebiet Giebel (6) – ein ehemahliger Weinberg, gekrönt von Wald, der wohl an der Nordseite sich fortsetzt. Es gibt darin an die 56 verschiedene Pflanzenarten.
Nach Gemünden wendet sich der Main wieder nach Süden bei Lohr, einer besuchens-werten, schönen Stadt links des Main; südlich des Ortsteils Sendelbach gibt es das 55,65 ha große Naturschutzgebiet Romberg (7). Nur wenige Kilometer nördlich der Kreisstadt Karlstadt liegt Karlburg, allerdings links des Mains: zwischen diesem Ort und – flußabwärts – Wiesenfeld ist das 273,76 ha umfassende Naturschutzgebiet Mäusberg-Rammersberg-Ständelberg (9) zu finden. Geprägt von relativ geringen Niederschlagsmengen sind hier seltene Pflanzenarten zu finden wie Diptam, Adonisröschen und Orchideen, aber auch allerlei Schmetterlingsarten. Direkt bei Karlstadt, aber auch beim nordöstlich gelegenen Eußenheim a.d. Wern befindet sich die Naturschutzgebiete Grainberg (einstiger Steinbruch)-Kalbenstein (Muschelkalk) & Saupurzel (Flugsande); es ist ein Trockengebiet2-Verbund (10).

Im Süden
Südwestlich von Karlstadt und nordwestlich von Marktheidenfeld fließt südöstlich der Heinrichsbach; sein Oberlauf – entstanden beim höchsten Berg des Spessart, dem 546 m hohen Geiersberg – sind 42,52 ha das Naturschutzgebiet Weihersgrund (11).
Genauer: im Südwesten östlich bei Marktheidenfeld a.M. sind 36,58 ha des fast an der Stadt befindlichen Kreuzberg ein Naturschutzgebiet (12). Weitere 158,09 ha dieses Kreuzbergs sind ein Vogelschutzgebiet für eine Graureiher-Kolonie (13). Südlich davon liegt das kleine Naturschutzgebiet Kallmuth mit 18,11 ha (14) im Triefensteiner Tal. Bei Homburg a.M. sind 18,11 ha des Hangs oberhalb des Weinbergs ein Naturschutzgebiet (15).

Die FFH-Schutzgebiete im Landkreis Main-Spessart
Sie sind gleichwertig mit den Naturschutzgebieten aber anders. Als Initiative der Europäischen Union verfolgen sie das Ziel, ein Schutzgebietsnetz aufzubauen fürs Erhalten wildlebender Pflanzen und Tiere in ihren natürlichen Lebensräumen.

Die 21 FFH-Schutzgebiete im Landkreis Main-Spessart
Im Norden
Der Einertsberg (östlich von Mittelsinn) & der südlichere Schondraberg mit angrenzenden Wäldern – zusammen ein großes Wald und FFH-Schutzgebiet (1) von 2.379,83 ha östlich und südlich von Burgsinn, an dem auch der Landkreis Bad Kissingen partiziert; es sind vielfältige Wälder: Schlucht- & Hangmischwälder mit Erlen, Eschen und Weichholz-Auenwälder und vielen anderen Baumarten und seltenen Bewohnern, wie Bechstein-Fledermaus und das Große Mausohr, aber auch mit Kammmolchen in den Gewässern. Ein kleiner Anteil im Norden des Gramschatzer Wald – ein FFH-Schutzgebiet von 4.241,08 ha mit nur wenig Wiesentälern – ist Teil des Landkreis Main-Spessart (2) beim Treffen mit dem Arnsteiner Stadtwald (Main-Spessart).
Ein noch viel größeres FFH-Schutzgebiet ist der Hochspessart (3) mit 17.415,57 ha; freilich partizipieren daran auch die Landkreise Miltenberg & Aschaffenburg. Die 363,78 ha des Lohrbachtals mit seinen Schwingrasenmooren, artenreichen Borstgrasrasen, Hochstaudenfluren, Weichholz-Auenwäldern plus seines Zuflusses Aubach sind ein FFH-Schutzgebiet (4) mit Bibern, den Fischen Grotte & Bachneunauge; der Landkreis Aschaffenburg partizipiert auch daran. Ein vergleichsweise kleiner Anteil am FFH-Schutzgebiet Sodenberg-Gans (5) mit seinen 493 ha gehört auch zum Landkreis Main-Spessart.
Hingegen ist das lange Talsystem des Flusses Schondra (6), bei Gräfendorf in die Fränkische Saale mündend, mit 304 ha ein FFH-Schutzgebiet, an dem auch der Landkreis Bad Kissingen partizipiert. Das tief eingeschnittene Tal rahmen steile Laubwald-Hänge, der Talgrund der mäandernden Schondra begleiten Ufergehölz, Auenwaldflächen, Hochstaudenfluren und Feuchtwiesen. Ganz anders beim 409 ha großen FFH-Schutzgebiet des Sinngrund (7) mit seinen Hochstaudenfluren, Erlen-, Eschen- & Weichholz-Auenwäldern, in den Gewässern Biber und Bachneunauge sowie 2 Arten der Ameisnbläulinge. Ganz anders ist die Landschaft beim Truppen-Übungsplatz Hammelburg mit seinen 3.591 ha: ein sehr großes FFH-Schutzgebiet mit 80 m Höhenunterschieden (8), den Erlen-, Eschen- & Weichholzauenwäldern, den Buchenwäldern mit Waldmeister und Orchideen, diversen Fledermausarten, Gelbbauchunken, Kammmolchen, Hirschkäfern & Ameisenbläulingen & der Orchidee Frauenschuh.
Weiter westlich, nördlich von Lohr, ist ein seltenes FFH-Schutzgebiet beim 370 m hohen Salzberg nördlich von Halsbach: eine Graureiher-Kolonie (9), der eine Fläche von 158,32 ha zusteht; es sind vor allem Erlen-, Eschen- & Weichholz-Auenwälder. Südlich von Lohr sind 56 ha des überwiegend bewaldeten Romberg ein FFH-Schutzgebiet (10) für Reste von Sandmagerrasen, mageren Wiesen, Streuobstbeständen, sandigen Äckern plus feuchtem Waldbereich mit Tümpel. Weiter südlich sind die Trockengebiete (11) der Hänge von Karsbach bis nach Stetten (süd-östlich von Karlstadt) mit ingesamt 748,43 ha ein vielgestaltiges FFH-Schutzgebiet.
Eine Besonderheit sind die beiden FFH Schutzgebiete der Winterquartiere für die Mopsfledermaus im Spessart mit 7 ha (12) und bei Karlstadt (13). Ebenso die Mausohr-Wochenstuben (14) weiter westlich (auch im Gebiet Landkreis Miltenberg).

Im Süden
Von Gambach, ca. 6 Kilometer nördlich der Kreisstadt Karlstadt, bis mainaufwärts Veitshöchheim (südlich Retzbach beginnt der Landkreis Würzburg) sind die 866,15 ha der Maintalhänge (15) ein vielfältiges FFH-Schutzgebiet. Gewissermaßen parallel ist auf der anderen Uferseite des Mains bei Zellingen der Gemeindewald (16) mit seinen 842,13 ha ein FFH-Schutzgebiet, an dem auch ein Stückweit der Landkreis Würzburg partizipiert. Ein interessantes FFH-Schutzgebiet sind, 8 km nordwestlich Karlstadt bei Wiesenfeld, linksmainisch der Mäusberg & Rammersberg & Ständelberg (17), ein Wanderweg von 2,2 km bietet schöne Ausblicke. Weiter im Westen, südlich vom Markt Heidenfeld, sind bei Homburg a.M. die Prallhänge von Kallmuth & Hübschenberg oberhalb des Weinanbaus ein 18 ha FFH-Schutzgebiet (18): besonders steile grasbewachsene, großflächige Trockengebiete mit Gamander-Blaugrashalden. Ganz im Südwesten des Landkreis Main-Spessart, zwischen Kreuzwertheim (rechtsmainisch) und – im Landkreis Miltenberg linksmainisch – Bürgstadt sind die 617,09 ha Maintalhänge (19) ein interessantes und vielfältiges FFH-Schutzgebiet; 45 km entlang des Mains ein Radweg im malerischen Flußtal mit romantischer Natur.
Ein weiteres FFH-Schutzgebiet von Magerstandorten (20) – Trockenrasen, bei denen Trockenheit die Ursache der Ertragsarmut ist – gibt es mit 168,26 ha bei Markt Heidenfeld und beim südlich anschließenden Triefenstein. Ein kleines FFH-Schutzgebiet mit nur 3,13 ha ist das Naturdenkmal Unterer Klingelbachgraben (21).

Die Landschaftsschutzgebiete im Landkreis Main-Spessart
Sie sind rechtsverbindlich festgesetzt ihrer besonderen Schutzwürdigkeit, ihrer Natur und der Landschaft wegen. Ihre Entwicklung und Regenerationsfähigkeit sollen gefördert werden für die nachhaltige Nutzung ihrer Naturgüter, ihrer Vielfalt, Eigenart und Schönheit sowie wegen ihrer kulturhistorischen Bedeutung und wegen ihrer Bedeutung für die Erholung der Menschen.

Die 2 Landschaftsschutzgebiete im Landkreis Main-Spessart
Den Naturpark Spessart in seiner ganzen Größe mit insgesamt 136.408,90 ha teilen sich viele Landkreise; der Anteil des Landkreises Main-Spessart sind rund ein Sechstel: nämlich 22.869,50 ha (1). Einen viel größeren Anteil hat der Landkreis Main-Spessart an den 30.468,20 ha des Bayerischen Odenwalds: nämlich 29.590,77 ha (2).

Text: Hans-Werner Bunz, Foto: unbekannt

Hinweis: Die Texte erforderten viel Recherche. Danken möchte ich den staatlichen Veröffentlichungen der Tabellen der Schutzgebiete, ebenso Wikipedia: ohne deren Vorarbeit hätte ich das Projekt nicht realisieren können. Doch erst mit sorgfältigem und deshalb auch langwierigem Landkartenstudium gelang es, eine brauchbare und in weiten Bereichen – so hoffe ich – eine präzise Ortsbeschreibung zu vermitteln.

Teil 2: Spazieren & wandern in Unterfrankens Schutzgebieten: Landkreis Miltenberg – Seite 9

Der Landkreis Miltenberg schließt sich unmittelbar an die unterfränkischen Landkreise Main-Spessart (im Osten) und Landkreis Aschaffenburg (im Norden) sowie an baden-württembergische und hessische Landkreise. Mit einer Fläche von 715,86 km2 ist er einer der kleineren Landkreise in Unterfranken, hinsichtlich der Bevölkerung von 128.743 Bürgern und Bürgerinnen aber einer der großen. Die dem Landkreis namensgebende Kreisstadt Miltenberg mit ihren Behörden liegt direkt am Main, der hier sich wieder nach Norden wendet Richtung Aschaffenburg. Bei Miltenberg lockt gegenüber, rechtsmainisch also, der Spessart, links des Mains südlich Miltenberg der Odenwald, an dem der Landkreis erheblich beteiligt ist.

Naturschutz – was heißt das im Detail?
Der Begriff umfasst Maßnahmen zum Erhalt der Biodiversität, der Vielfalt der Arten, des Ökosystems und der Genetik sowie Maßnahmen zum Artenschutz & Ökosystem-Management. Naturschutz ist eine öffentliche Aufgabe, also eine Aufgabe des Staates und seiner jeweiligen Landesregierungen und deren Regionalorganisationen.

Die 10 Naturschutzgebiete im Landkreis Miltenberg
Im Norden
Beim rechtsmainischen Sulzbach im äußersten Norden des Landkreises mündet der Sulzbach in den Main. Seine mäandrierenden Bachläufe mit denen des Leidersbach bilden ein Feuchtwiesenbiotop im Sulzbachtal (1) sind ein 25,34 ha großes Naturschutzgebiet für seltengewordenen Tier- und Pflanzenarten. Und gleich daneben, allerdings entlang des Mains, sind die Mainauen bei Sulzbach & flußaufwärts bei Kleinwallstadt (2) ha 89,05 ha großes Naturschutzgebiet – es sind die letzten Mainauen am Untermain. Ein weiteres Bachtal, das Aubachtal bei Wildensee (östlich von Sommerau & Eschau), wo der Aubach auf 370 m Höhe entspringt, sind 62,87 ha entlang des Bächleins (3) ein Naturschutzgebiet; Ziel ist eine Wiederherstellung dieses Bachtals mit einer bedeutenden Population von Bachneunaugen & Groppen. Ein kleines Stück flußabwärt von Miltenberg liegt rechts des Mains Großheubach mit viel Wald im Hintergrund: Vom Wald am Busigberg (4) sind 27,64 ha ein Naturschutzgebiet, ebenso ein Naturschutzgebiet von 17,35 ha bietet der Wald an der Maihölle (5).
Nördlich von Miltenberg flußaufwärts, fast schon ein Vorort, liegt Bürgstadt, ein besuchenswerter Ort; die einstigen Buntsandstein-Brüche, bzw. 24,55 ha davon, sind ein Naturschutzgebiet (6). Ein weiteres Naturschutzgebiet ist – weiter stromaufwärts – der rechts des Mains befindliche Buntsandstein-Bruch bei Reistenhausen (7). Noch weiter östlich Main aufwärts sind beim rechtsmainischen Dorfprozelten die 16,45 ha der Bundsandsteinbrüche ein Naturschutzgebiet (8. Und noch weiter östlich, rechts des Mains, sind zwischen Faulbach a.M. und Breitenbrunn sind 38,62 ha des Grohberg (9) ein Naturschutzgebiet.

Im Süden
Direkt an der westlichen Grenze des Landkreis Miltenberg, die zugleich auch die bayerische Grenze ist, liegt westlich der Eutergrund bei Bullau, ein hessischer Ort auf 515 m Höhe. Der Eulerbach entspringt nördlich davon, läuft strikt nach Süden, passiert gleich den Eulergrund und touchiert die dortige Grenze zu Bayern und zum Landkreis Miltenberg: ein kurzes Stück von 3,97 ha ist ein Miltenberger Naturschutzgebiet (10).

Die Flora, Fauna-Habitate – FFH-Schutzgebieteim Landkreis Miltenberg
Sie sind gleichwertig, aber anders. FFH-Schutzgebiete stehen unter dem Schutz der Europäischen Union. Sie schützen Pflanzen (Flora), Tiere (Fauna) und Lebensraumtypen (Habitate). Diese Gebiete sind Teil des europäischen Natura-2000-Netzwerks. Diese Initiative hat als Ziel ein europäisches Schutzgebietsnetz für wildlebende Pflanzen und Tiere in ihren natürlichen Lebensräumen; Vogelschutzgebiete gelten darin als besondere Schutzgebiete.

Die 9 FFH-Schutzgebiete im Landkreis Miltenberg
Im Norden
Der Hochspessart – damit sind die Berge ab 500 m Höhe gemeint – 15 insgesamt – im Norden vom Schwarzen Berg mit 521 m bis im Süden zur gleichhohen Geishöhe. Als höchster Berg gilt der Geiersberg mit 586 m im Süden des Gebirges. Das damit verbundene, 17.415,57 ha umfassende, riesige FFH-Schutzgebiet (1) teilen sich einige Landkreise: neben den bayerischen Miltenberg, Aschaffenburg und Main-Spessart auch hessische.
Ein interessantes FFH-Schutzgebiet sind – hoch im Nordwesten des Landkreises – die 301 ha der Maintal-Hänge (2) zwischen dem rechtsmainischen Sulzbach und Kleinwallstadt; hier findet man feuchte Hochstaudenfluren und Erlen-, Eschen- & Weichholz-Auenwälder, heimisch ist hier der seltene dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling. Der Bach Aubach entspringt ca. 6 km Luftlinie nördlich von Dorfprozelten a.M. bei Wildensee; von dort ist das Aubachtal (3) für 66,54 ha ein FFH-Schutzgebiet und der Bach bevölkert mit den Fischen Groppe und Bachneunauge.
Ein besonderes FFH-Schutzgebiet sind auch die Mausohrwochenstuben im Spessart (4); an diesem partizipiert auch der Landkreis Main-Spessart.

Im Süden
Nahe Miltenberg ab Bürgstadt sind 617,9 ha der Maintalhänge (5) flußaufwärts bis zum baden-württembergischen Wertheim ein FFH-Schutzgebiet, auch der Landkreis Main-Spessart ist beteiligt; hier gibt es artenreiche Borstgrasrasen, Erlen, Eschen, Weichholz-Auenwälder, Laabkraut-Eichen-Hainbuchenwälder und Buchenwälder und als Seltenheit die Nachtfalterart „Spanische Flagge“, den Ameisenbläuling Dunkler Wiesenknopf sowie die Schmale Windelschnecke. Ganz im Südwesten des Landkreis Miltenberg, dicht an der Grenze Bayerns, sind drei Seen (6) im oberen Breitenbachtal bei Breitenbuch ein schönes und besuchenswertes 39,59 ha großes FFH-Schutzgebiet, das Arten und Lebensräume beheimatet, die mittlerweile selten sind. Östlich von Miltenberg bei Umpfenbach ist ein ehemaliges Steinbruchgelände ein 46,65 ha großes FFH-Schutzgebiet (7) in dem die Gelbbauchunke vorkommt – in einem Maße, dass diese Region dafür als wichtigste des Odenwalds gilt. Südlich von Miltenberg sind um Amorbach die Täler der Odenwald-Bäche (8) mit 547,71 ha ein stattliches FFH-Schutzgebiet, in dem neben Weichholz-Auenwälder auch allerlei kleine & schützenswerte Tiere wie die Fische Groppe & Bachneunauge, aber auch zweierlei Falter der Art Ameisenbläuling zuhause sind. Im äußersten Südosten des Landkreises sind die Steinbrüche (9) nördlich von Kirchheim ein 82,81 ha großes FFH-Schutzgebiet.

Die Landschaftsschutzgebiete im Landkreis Miltenberg
Sie sind rechtsverbindlich festgesetzt ihrer besonderen Schutzwürdigkeit, ihrer Natur und der Landschaft wegen. Ihre Entwicklung und Regenerationsfähigkeit sollen gefördert werden für die nachhaltige Nutzung ihrer Naturgüter, ihrer Vielfalt, Eigenart und Schönheit sowie wegen ihrer kulturhistorischen Bedeutung und wegen ihrer Bedeutung für die Erholung der Menschen.

Die 2 Landschaftsschutzgebiete im Landkreis Miltenberg

Das Landschaftsschutzgebiet des Naturpark Spessart (1) ist als Ganzes 136.408,90 Hektar groß, der Landkreis Miltenberg hat daran Anteil einen Anteil von 22.869,50 ha, was in etwas ein Sechstel ist. Weitere Anteile haben der Landkreis Aschaffenburg und der Landkreis Main-Spessart. Der Bayerische Odenwald (2) umfasst als Landschaftsschutzgebiet 30.486,20 ha; der Anteil des Landkreis Miltenberg sind daran fast das Ganze: 29.590,77 ha. Der Odenwald insgesamt freilich ist mehr als doppelt so groß: 65.000 ha. Geologisch ist der Odenwald größtenteils eine Formation des Buntsandsteins. Der höchste Berg ist 626,8 m hoch, der höchste im bayerischen Teil erhebt sich südwestlich von Amorbach bei Dürsbach auf 539 m.

Text: Hans-Werner Bunz, Foto: unbekannt

Hinweis: Die Texte erforderten viel Recherche. Danken möchte ich den staatlichen Veröffentlichungen der Tabellen der Schutzgebiete, ebenso Wikipedia: ohne deren Vorarbeit hätte ich das Projekt nicht realisieren können. Doch erst mit sorgfältigem und deshalb auch langwierigem Landkartenstudium gelang es, eine brauchbare und in weiten Bereichen – so hoffe ich – eine präzise Ortsbeschreibung zu vermitteln.