Zeitenwende 2

Besichtigung eines verunsicherten Landes

Verdrängte Realität
Aus meiner Sicht sieht es eher aus, als wären wir unerwartet aus Träumen aufgeweckt worden durch eine Realität, die wir schlicht verdrängt haben. Was ging uns das an, dass da im Nahen Osten, in Afrika, in Afganistan seit Jahren, da und dort sogar seit Jahrzehnten brutal gemordet wurde, ebenso wie es nach wie vor „unter der Decke“ lodert im Kosovo und anderen europäischen Ländern? Uns ging’s gut, was man von dort hörte, ließ einen höchstens gruseln wie bei einem harten Krimi, mehr betraf es uns nicht. Wir wussten nicht einmal, dass unsere Regierung wie auch andere Regierungen mit Geldmitteln die Nichtstaatlichen Organisationen (NGO) unterstützten, die im Nahen Osten die Flüchtlingslager betreuen: geizig hatten wir Deutschen nur einen Teil der zugesagten Volumina überwiesen.

So ging den NGO’s das Geld aus. Plötzlich hatten Millionen Menschen nichts mehr zu essen und fingen an, sich auf den Weg zu uns zu machen, wo es angeblich alles im Überfluss gebe. Paradox ist, dass wir Milliarden problemlos aufbringen als Ausgleich für die Verluste unserer Kohleindustrie, gleichzeitig aber zu geizig sind, die nahöstlichen Flüchtlingslager nach unseren Kräften angemessen zu unterstützen, um den Insassen ein Überleben nahe ihrer Heimat zu ermöglichen.

Nicht paradox hingegen ist, dass dort, wo in Deutschland die wenigsten Fremden zu finden sind, die Angst vor ihnen am größten scheint. Logisch also, dass hier die falschen Propheten mit ihren ewig-gestrigen Parolen den meisten Zulauf finden. Und leider funktionieren die einfachen Parolen der Schreihälse, die sich als Verteidiger des christlichen Abendlandes aufspielen ohne zu wissen, was „christlich“ heißt. Nächstenliebe beispielsweise. Freilich auch die Christenheit und vor allem die christlichen Organisationen vergaßen dieses Wort über Jahrhunderte: die Eigenliebe hatte schon immer Vorrang.

(©)   Hans-Werner Bunz                              Siehe auch >>> Zeitenwende 1 und Zeitenwende 3

 

Veröffentlicht von hwbunz

Als professioneller Texter sind meine Themen: 1. Die Mitwelt, das sind wir Menschen in der damit verbundenen Naturvielfalt. Dazu gehören unsere Verhaltensweisen und unsere Aktivitäten zum Schaden wie zum Nutzen der Ökosysteme und ihrer Vielfalt. Dieses Spektrum umfasst Politik, Gesellschaft und Wirtschaft. 2. Regionale Ess- und Lebensmittelkultur. Methoden der Lebensmittelerzeugung und der Lebensmittelnutzung. Die ethischen Grundlagen. Genuss und Lebensfreude. 3. Zivilisiertheit, also Bildung, Benehmen und Bewusstheit für Kulturerbe; Sinn für gutes Deutsch, Toleranz und sachliche Diskussionskultur. 4. Verantwortung übernehmen: die Mitwelt - wir Menschen sind ein Teil davon - schützen durch Achtsamkeit. Was letztlich heißt, sich selbst zurücknehmen.

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