Teller statt Tonne

Mehr als fünf Zentner Lebensmittel schmeißt jeder Bundesbürger pro Jahr in die Tonne. Schuld sind das aktuelle Lebensmittelsystem und wir. Deshalb können wir etwas verändern. Es gibt viele Wege für jeden von uns, das Verschwenden von Lebensmitteln zu vermeiden. Ein paar Stichworte dazu sollen hier vorerst genügen: Bei kleinen Tieren statt Fleischteile den ganzen Tierkörper kaufen, weil man Köstlichkeiten aus allen Teilen zubereiten kann. Bei großen Tieren nicht nur Muskelfleisch, sondern auch Teile des so genannten 5. Viertels kaufen: Innereien, Kopffleisch, Schwanz. Gemüse-abschnitte eignen sich je nach Art für eine Gemüsepüree-Suppe oder als Grundlage für eine Gemüsebrühe oder als Würzzutat für eine Soße.

Kräftig Geld sparen kann man beim Kauf von Misfit-Gemüse, das auf Grund seiner Mängel an Schönheit, Gleichmäßigkeit von den Handelsketten verschmäht wird, aber beim Erzeuger, z.B. auf den Wochenmärkten zu haben ist. Wie günstig diese Produkte sind, die ja nur optische, atypische Formmängel haben, zu groß zu klein sind, aber inhaltlich vorzüglich, belegt das nachfolgende Beispiel:

Bild 1 (oben) zeigt die Misfits-Möhren. Bild 2 (unten links) zeigt den Abfall, Bild 3 (rechts) das Ergebnis

Bunz_MohrrübenabschnitteBunz_Mohrrüben_geschält

Gekauft habe ich auf dem Erzeuger-Wochenmarkt 500 g Möhren 2. Wahl zum halben Preis für 0,85 Cent (Foto ganz oben). Das Schälen ging rasch, Abschnitte oben und unten ebenso. Den Spalt teilte ich längs und schnitt dann die schlechte Oberfläche mit dem Messer ab. Der Gesamtabfall betrug 60 g (Foto oben links), ein Abfallverlust von rund 9 Cent, kaum mehr als bei der doppelt so teueren 1. Wahl. Übrig blieben 440 g köstliche Möhren (Foto oben rechts) für nur 85 Cent für eine Suppe für 4 Personen! Dickcremig, vorzüglich schmeckend, kochte ich sie mit halb Gemüse- und halb Geflügelbrühe, in Butter angeschwitzten Würfelchen einer kleinen Zwiebel, Salz, geriebener Ingwer, etwas Sahne, Cayenne-Pfeffer. Als Garnitur: üppig nicht zu klein gehackte Petersilie. So billig kann man Vorzügliches essen.

(©)     Hans-Werner Bunz                                                                                           Fotos: © HW Bunz

Veröffentlicht von hwbunz

Als professioneller Texter sind meine Themen: 1. Die Mitwelt, das sind wir Menschen in der damit verbundenen Naturvielfalt. Dazu gehören unsere Verhaltensweisen und unsere Aktivitäten zum Schaden wie zum Nutzen der Ökosysteme und ihrer Vielfalt. Dieses Spektrum umfasst Politik, Gesellschaft und Wirtschaft. 2. Regionale Ess- und Lebensmittelkultur. Methoden der Lebensmittelerzeugung und der Lebensmittelnutzung. Die ethischen Grundlagen. Genuss und Lebensfreude. 3. Zivilisiertheit, also Bildung, Benehmen und Bewusstheit für Kulturerbe; Sinn für gutes Deutsch, Toleranz und sachliche Diskussionskultur. 4. Verantwortung übernehmen: die Mitwelt - wir Menschen sind ein Teil davon - schützen durch Achtsamkeit. Was letztlich heißt, sich selbst zurücknehmen.

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