Was Sie essen verändert die Welt – täglich!

Diesen Satz hören Sie sicher nicht gerne, aber es ist so. Ob wir es wollen oder nicht, es ist so. Sie, ich, wir haben es buchstäblich in der Hand, konstruktiv zu agieren für die Welt – jeden Tag. Oder destruktiv. Und dass wir die Welt verändern müssen, um sie zu erhalten, ist – außer Trump und ähnlichen Sinnesgenossen – fast allen klar. Dafür müssen wir nichts Bedeutendes tun. Es genügt, dass wir unser Verhalten ändern. Wenn möglich an vielem. Aber am einfachsten ist es beim Essen – und zudem besonders nachhaltig.

Als Mitglied einer vergleichsweise reichen Gesellschaft können wir uns vieles leisten. Zum Beispiel statt fürs Essen nach dem billigsten Lebensmittel zu schauen, einfach nach den besten. Und das sind jene, die gut für die Mitwelt sind. Und zugleich für den eigenen Leib. Also die ökologisch (bio) erzeugt wurden. Und deshalb auch teurer sind. Für die meisten von uns: erträglich teurer. Allein, das reicht noch nicht: Einer der größten Posten der Mitwelt-Beschädigung durch Essen sind die Transporte. Je geringer die Distanzen zwischen Produktion und Verzehr, desto besser. Für die Mitwelt und Ihren Geldbeutel. Der zweitgrößte Posten der Mitwelt-Beschädigung sind verarbeitete Lebensmittel, also Fertigprodukte aus dem Super-/Diskounter-Markt – auch wenn sie noch so billig sind (da sind dann auch noch die Erzeuger die Leidtragenden).

Übrigens: Selber kochen kann Spass machen – und nicht immer braucht es dafür viel Zeit. Aber ¾  – 1 Stunde pro Zubereitung sollte uns jeden Tag das Verbessern der Mitwelt schon wert sein. Der Autor ist weniger geschickt: Ich brauche länger.

(©)   Hans-Werner Bunz                                                   Foto: © Gerhard Nerowski

 

Veröffentlicht von hwbunz

Als professioneller Texter sind meine Themen: 1. Die Mitwelt, das sind wir Menschen in der damit verbundenen Naturvielfalt. Dazu gehören unsere Verhaltensweisen und unsere Aktivitäten zum Schaden wie zum Nutzen der Ökosysteme und ihrer Vielfalt. Dieses Spektrum umfasst Politik, Gesellschaft und Wirtschaft. 2. Regionale Ess- und Lebensmittelkultur. Methoden der Lebensmittelerzeugung und der Lebensmittelnutzung. Die ethischen Grundlagen. Genuss und Lebensfreude. 3. Zivilisiertheit, also Bildung, Benehmen und Bewusstheit für Kulturerbe; Sinn für gutes Deutsch, Toleranz und sachliche Diskussionskultur. 4. Verantwortung übernehmen: die Mitwelt - wir Menschen sind ein Teil davon - schützen durch Achtsamkeit. Was letztlich heißt, sich selbst zurücknehmen.

3 Kommentare zu „Was Sie essen verändert die Welt – täglich!

  1. Liebe Hans-Werner Bunz, biologisch erzeugt Lenbensmittel sind nicht automatisch solche mit einer kurzen Transportstrecke. Die Demeter-Molkerei in Schrozberg erfaßt ihre Milch in einem Gebiet von Tettnang im Süden bis in den Vogeslberg. Dabei liefert jeder Demeterbauer im Schnitt nur halb so viel Milch, wie ein konventioneller Landwirt bei der gleichen Molkerei. Nicht ausgelastete LKW kutschieren durch halb Süddeutschland, Hier ist konventionell klar im Vorteil gegenüber Demeter. Dann bleibt die Frage, ob bei einem Demeterprodukt dieser Mokerei der höhere Preis der Produkte wirklich zu einer angemessenen Entlohnung des Landwirts führt oder nur zu einer höheren Spanne des Handels und um die Transporte zu bezahlen.
    Prinzipiell gebe ich ihnen Recht nur steckt der Teufel im Detail. Das macht die Entscheidungen nicht einfach.
    Friedrich Kümmerer

    1. Lieber Friedrich Kümmerer,
      Sie haben natürlich Recht mit Ihrem ersten Satz. Doch nicht danach: In der Tat, der Teufel steckt im Detail.

      a) Das Einzugsgebiet der Schrozberger Molkerei-Genossenschaft Hohenlohe-Franken eG für Demeter-Milch reicht nur von südlich des Mains bis nördlich der Donau (siehe Molkerei-Webseite) lt. Geschäftsführung.
      b) Halbleer herumfahrende Lkw widersprechen kaufmännischer Gepflogenheit: Die Routen, so die Geschäftsführung der Molkerei, werden permanent so optimiert, dass die Fahrzeuge immer randvoll beladen sind.
      c) Die von Ihnen genannte 50 % Milchleistung der Bio-Betriebe gegenüber konventionellen sind mir schleierhaft: Statistisch kommen Demeter-Betriebe auf ca. 62,5 % (Durchschnitt der Bio-Betriebe 75 %) der Milchmenge von Nichtbio-Betrieben.
      d) Ihre Vermutung, der höhere Milchpreis diene evtl. nicht der angemessenen Entlohnung der Bauern, sondern käme dem Handel zugute, trifft laut der Molkerei-Geschäftsführung nicht zu, im Gegenteil, man zahle den Demeter-Landwirten ihres erhöhten Aufwands wegen Spitzenpreise, jüngst erneut 2 Cent pro Liter mehr; das sind dann 3 Cent über dem Verbandsbiomilchpreis.
      Übrigens: Die Bio-Milcherlöse der Bauern liegen lt. BÖLW 2019 um 11 Cent/kg oder über 25% über dem für Nicht-Biomilch; bei der Schrozberger Molkerei für Demeter-Milch nunmehr sogar um rund 14 Cent/kg.

      Hans-Werner Bunz

  2. Hallo Herr Bunz,danke für Ihre Antwort.Ich beziehe meine Informationen aus Gesprächen mit Lieferanten von Schrozberg.Es kann natürlich sein, dass die Molerei zwischenzeitlich nicht mehr nach Tettnang oder in die Gegnd von Schlüchtern fährt.Sicher kommen die LKW in der Molkerei nahezu voll an, nur fährt der LKW bei der Erfassung der Demetermilch viel weiter in der Gegnd rum.In dem Zusammenhang überzeugt ihre Argumentation nicht. Die Donau ist wesentliche weiter von Schrozberg entfernt als Wolfskreut Die Molkerein hat ungefähr genau so viele Bio-Mitglieder, wie konventionelle. Die konventionellen liefer 2/3 der Milch, die Bio´s 1/3 der Milch.So komme ich drauf, dass von den konventionellen Betrieben doppelt so viel Milch pro Betrieb geliefert wird wie von den Dementerbetrieben.Schrozberg zahlt sehr gut. Konventionell zu bio etwa 1:1,3. Wenn nun ein Stück Butter konventionell erzeugt € 1,75 kostet, wie hoch kann dann der Ladenpreis für eine Stück Demeterbutter sein? Da habe ich weiter ein ungutes Gefühl.Friedrich Kümmerer

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