Eine Initiative für Menschen, Tiere und Pflanzen

Sie alle eint: Sie sind selten, die Menschen relativ, die Tiere und Pflanzen sehr. Die Menschen: von der Gesellschaft vergessene Jugendliche. Die Tiere: vergessene alte Rassen. Die Pflanzen: vergessene historische Arten und Sorten. Es war Marius Wittur, erfolgreicher Züchter Coburger Fuchsschafe und Bio-Quittenbauer, der zufällig den abseits gelegenen Hof mit Jahrhunderte alter Geschichte an der Mainschleife bei Fahr entdeckte, den Elgersheimer Hof, einst auch mal ein Frauenkloster. Da blitzte ihm ein Gedanke: Wäre das nicht ein Ort, wie er ihn mit Thomas Ziegler, einem sozial engagierten Gleichgesinnten, Leiter der Jugendhilfe KEEP im nahen Düllstadt, suchte für eine Art Archeprojekt? Ein Projekt, das vergessene Jugendliche, vom Aussterben bedrohte Tierrassen und Pflanzenarten miteinander verbindet zum gegenseitigen Nutzen? Wittur wagte es, die Besitzerfamilie Seifert darauf anzusprechen – und sie war interessiert an SAM – Arche Soziales Agrarprojekt Mainschleife gUG, eine gemeinnützige Unternehmergesellschaft, der auch Ziegler als Gesellschafter angehört.

Die Kinder gewinnen Zutrauen
Inzwischen ist das Projekt Wirklichkeit. Die Jugendlichen – Mädchen und Jungen – sind 12 Jahre und älter, viele haben Schlimmes erlebt in ihrem kurzen Leben. Täglich kommen sie in Abstimmung mit dem pädagogischen Leiter Thomas Ziegler auf den Elgersheimer Hof, füttern die Tiere, mähen Wiesen, harken Beete und, angeleitet vom Fachmann Marius Wittur, einst gelernter Baumpfleger, beschneiden Bäume. So gewinnen sie Selbstvertrauen, dürfen sie doch nach ihrem eigenen Tempo arbeiten. Dabei beginnen sie, soziale Fähigkeiten zu entwickeln für ihr späteres Leben. „Die Kinder seien, so der Leiter der Jugendhilfe, Thomas Ziegler, viel ausgeglichener, wenn sie vom Elgersheimer Hof zurückkämen“, berichtet die Journalistin Barbara Herrmann in ihrem Artikel in der Online-Ausgabe der Main-Post vom 23.06.2019.1

Die Tiere und Pflanzen vermehren sich
Sehr wesentlich fürs Projekt sind natürlich auch die 15 Paten: Die Spender (fünf sind mit Slow Food verbunden) dieser sehr seltenen Tiere und Pflanzen. Sie alle stehen auch mit ihrem Wissen bereit, dieses weiter zu geben an die Kinder und jungen Leute genauso wie im Rahmen von Seminaren für Interessenten dieser wahrhaft seltenen Raritäten:
         Alte Gemüse- und Getreidesorten; Augsburger Huhn & Meißner Widderkaninchen*; Historische Rosensorten*; Wildobstallee; Bienenvölker und Bienenweide*; Quitten und Mispeln*; Kartoffelsorten; Regionale Tomatensorten; Traditioneller Spargelanbau; Wollschweine (Mangalitza); Schafrassen; Fränkische Landgänse*; Krainer Steinschaf–Zuchtbock (gestiftet); Färberpflanzen; Medizinpflanzen.
Weitere Infos siehe www.arche-sam.de.

(©)   Hans-Werner Bunz                                    Foto: Jugendlicher arbeitet in der Arche SAM © Marius Wittur

*) Mit Slow Food verbundene Paten, 1) Elgersheimer Hof wird zur Arche

Veröffentlicht von hwbunz

Als professioneller Texter sind meine Themen: 1. Die Mitwelt, das sind wir Menschen in der damit verbundenen Naturvielfalt. Dazu gehören unsere Verhaltensweisen und unsere Aktivitäten zum Schaden wie zum Nutzen der Ökosysteme und ihrer Vielfalt. Dieses Spektrum umfasst Politik, Gesellschaft und Wirtschaft. 2. Regionale Ess- und Lebensmittelkultur. Methoden der Lebensmittelerzeugung und der Lebensmittelnutzung. Die ethischen Grundlagen. Genuss und Lebensfreude. 3. Zivilisiertheit, also Bildung, Benehmen und Bewusstheit für Kulturerbe; Sinn für gutes Deutsch, Toleranz und sachliche Diskussionskultur. 4. Verantwortung übernehmen: die Mitwelt - wir Menschen sind ein Teil davon - schützen durch Achtsamkeit. Was letztlich heißt, sich selbst zurücknehmen.

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