Unser Globus: gefährlich verletzt – keine Rettung in Sicht!

Wer meint, die E-Auto-Mobilität wäre eine Verbesserung für die Welt, der irrt! Sie ist eine weitere Verschlechterung: Klima, Natur und Physis unseres Planeten beschädigt diese Technik recht erheblich, vielleicht sogar dramatisch. Wesentliche Ursache dafür ist das gierige Suchen nach Seltenen Erden und speziellen Metallen; zu ihnen gehört inzwischen sogar auch Kupfer – es ist knapp geworden. Die Förderung dieser Rohstoffe erzwingt die Zerstörung immer größerer Flächen – in Südamerika, in China, aber auch in anderen Ländern. Hinzu kommt der damit verbundene, sowieso immer wachsende, immer gigantischere Strombedarf – weltweit sind es überwiegend die Kohlekraftwerke, die ihn erzeugen: Ein nicht zu unterschätzender Verursacher der klimatischen Veränderungen in Richtung Hitze. Ja, selbst die Windenergie ist bei weitem nicht so sauber und „grün“, wie man uns glauben macht.

Die Zeitschrift Lettre International, Nr. 130, veröffentlichte in ihrer Ausgabe Herbst 2020 Gedanken von 16 herausragenden Frauen und Männern der Schönen Künste zum Thema Bühnen in der Krise (durch Sars-CoV-2). Sechs von ihnen zitiere ich wortgetreu mit den –  aus meiner Sicht – wichtigsten Passagen:

Meredith Monk, Komponistin, Sängerin, USA, 09.04.2020:
,,In dieser Zeit liegt eine Möglichkeit zur Veränderung. Ich bete darum, dass wir nicht dorthin zurückkehren, wo wir vor der Pandemie waren.
Aristide Tarnagda, Regiseur, Dramatiker aus Burkina Faso, 10.04.2020:
,,Die Mehrheit der Menschen verdient ihren Lebensunterhalt von der Hand in den Mund, von Tag zu Tag. Covid 19 ruft in Erinnerung, dass das Leben zerbrechlich ist, und was wirklich zählt: Gesundheit, Bildung, Kultur. Werden wir endlich die Bindung an ein Leben kappen, das auf Gier, materiellen Werten und Kapitalismus beruht – und das uns immer weiter vom Wesentlichen entfernt?
Milo Rau, Autor, Regisseur, Schweiz, 20.04.2020:
,,Meiner Meinung nach sind wir eben in diesem Moment mit einer tragischen Situation konfrontiert und müssen neu über das System nachdenken, in dem wir leben. Es geht nicht darum, es ein wenig geschmeidiger zu machen und ein wenig grüne Energie oder was auch immer einzusetzen, damit es weitergeht. Nein. Wir müssen die Maschine ein für alle Mal anhalten oder wir sind verloren. Und wir verdienen es.“ 
Richard Schechner, Autor und Regisseur, USA, 21.04.2020:
,,Dieses Virus ist die kleine Woge, die große ist der Klimawandel. Er steckt hinter dem Virus. Es gleicht einem ersten Beben, das auf der Skala groß erscheint, es aber nicht ist. In 30, 40 oder 50 Jahren, ganz langsam, wird der große Zusammenbruch kommen. Wenn New York nicht mehr 250.000 Infektionen und 15.000 Tote zählt, sondern drei Meter unter dem Meeresspiegel liegt. Wenn Amsterdamm und London verschwunden sind. Wenn Bangladesch überflutet ist und so weiter.
Peter Sellars, Regisseur, USA, 30.04.2020:
,,Die Botschaft, die wir vom Virus erhalten haben, heißt ruhig zu sein – anzuhalten. Die Welt raste in einem verrückten Tempo, sie ist außer Kontrolle geraten, und jeder war zu beschäftigt, um noch irgendetwas zu bemerken… Wir müssen anhalten, den Karren wenden, zurückgehen und von vorne anfangen.“   
Kris Verdonk, Regisseur, Belgien, 25.05.2020:
,,Wir wissen nicht, was wir anrichten. Wir haben eine Vorstellung und setzen sie um. Das liegt in der Natur der Menschheit. Wir müssen erfinden. Aber wir haben keine Ahnung von den Konsequenzen all dessen, was wir im Laufe des Lebens tun, von den Konsequenzen für unsere Kinder und Enkelkinder. Die nächste Generation wird die Folgen unseres Tuns tragen. Das ist das Gesetz.  

Der letzte Satz ist insofern beachtenswert für jede Person, die glaubt, wir könnten mit noch mehr technischen Innovationen die Probleme meistern: Welch ein Irrtum! Wer am Dienstag, 24.11.2020, ab 20:15 Uhr auf ARTE die Sendung Umweltsünder E-Auto gesehen hat, weiß, dass die Welt keineswegs an ein Weniger denkt, sondern an ein NOCH MEHR. Das E-Auto ist ebenso ein Mitwelt-Problem wie die stromerzeugenden Windräder. Beide sind keine wirklich grünen Produkte. Ob wir wollen oder nicht: Wir müssen lernen zu verzichten. In diesem Sinne ist auch die Corona-Pandemie eine Chance zur Selbstbesinnung und zur Erkenntnis: Auch mit weniger ist das Leben schön.

©   Hans-Werner Bunz, Foto: Weltkugel im All © Pixabay

Veröffentlicht von hwbunz

Als professioneller Texter sind meine Themen: 1. Die Mitwelt, das sind wir Menschen in der damit verbundenen Naturvielfalt. Dazu gehören unsere Verhaltensweisen und unsere Aktivitäten zum Schaden wie zum Nutzen der Ökosysteme und ihrer Vielfalt. Dieses Spektrum umfasst Politik, Gesellschaft und Wirtschaft. 2. Regionale Ess- und Lebensmittelkultur. Methoden der Lebensmittelerzeugung und der Lebensmittelnutzung. Die ethischen Grundlagen. Genuss und Lebensfreude. 3. Zivilisiertheit, also Bildung, Benehmen und Bewusstheit für Kulturerbe; Sinn für gutes Deutsch, Toleranz und sachliche Diskussionskultur. 4. Verantwortung übernehmen: die Mitwelt - wir Menschen sind ein Teil davon - schützen durch Achtsamkeit. Was letztlich heißt, sich selbst zurücknehmen.

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