Der Blues dieser Tage

Die Corona-Pandemie, besonders aber der erste Lockdown ab dem späten März 2020 mit seinen weitgehend leeren Straßen bescherte eine Stille, eine ungewohnte Ruhe, zeitigte Bedrohliches. Und so kam es auch – Betriebe reduzierten, viele stoppten gar ihre Produktion, unerreichbar geworden waren die geplanten, weit entfernten Reiseziele, weil keine Flugzeuge mehr flogen, Riesenkreuzfahrtschiffe vor Anker dümpelten in ihren Heimathäfen. Täglich gesendete Zahlen der Ansteckungen und der Toten verstärkten den Schrecken. Inzwischen, es ist Dezember 2020, ist die Situation in Deutschland wieder so prekär geworden, dass ein zweiter Lockdown das Zwischenmenschliche noch rigoroser minimiert.

Zeitgleich erlebt die Menschheit erstmalig eine gleichzeitige, lebensbedrohliche Situation: Da die Seuche der Covid-19-Vieren und ihren zigtausendfachen toten Menschenopfern. Und da die „…globale Umweltkatastrophe mit ihrem ungezügelten Lauf auf den Kollaps unseres Planten und das Aussterben unzähliger Arten einschließlich unserer eigenen Gattung“.¹ Verstörend sei dies, ja quälend und fordere einen neuen kategorischen Imperativ: alles zu tun, um das anrollende Desaster in seiner Wirkung abzuschwächen; damit verglichen sei die Pandemie mit ihrer eher mittleren Mortalitätsrate eigentlich überzeichnet.¹

Fast 400 Seiten sei der aktuelle Katastrophenbericht2 (2019 – veröffentlicht November 2020) – der internationalen Rotkreuz- & Rothalbmond-Organisation (IRFC). Und dieser ist beunruhigend: weltweit 308 Naturkatastrophen mit fast 25.000 toten Menschen. Die Ursache dafür sind zu 3/4 das Wetter und das Klima – also menschengemacht. Immer häufiger sind Überschwemmungen, Stürme und Hitzewellen. In den letzten 30 Jahren, so das Deutsche Rote Kreuz, seien die Naturkatastrophen um 35 % gestiegen. Es sei wirklich dringlich, die Erderwärmung zu stoppen.

Text: Hans-Werner Bunz, Foto: Michael Geier

¹) Franz Maciejewski: Melencolia 2020, Lettre International 131, Auszüge Seiten 15-19
²) IFRC-Katastrophenbericht

Veröffentlicht von hwbunz

Als professioneller Texter sind meine Themen: 1. Die Mitwelt, das sind wir Menschen in der damit verbundenen Naturvielfalt. Dazu gehören unsere Verhaltensweisen und unsere Aktivitäten zum Schaden wie zum Nutzen der Ökosysteme und ihrer Vielfalt. Dieses Spektrum umfasst Politik, Gesellschaft und Wirtschaft. 2. Regionale Ess- und Lebensmittelkultur. Methoden der Lebensmittelerzeugung und der Lebensmittelnutzung. Die ethischen Grundlagen. Genuss und Lebensfreude. 3. Zivilisiertheit, also Bildung, Benehmen und Bewusstheit für Kulturerbe; Sinn für gutes Deutsch, Toleranz und sachliche Diskussionskultur. 4. Verantwortung übernehmen: die Mitwelt - wir Menschen sind ein Teil davon - schützen durch Achtsamkeit. Was letztlich heißt, sich selbst zurücknehmen.

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