Mehr Wirtschaftswachstum! Bedrohlich für den Planeten. Und besonders für uns!

Wir sind die „uns“ – also Sie, ich, die Bewohner Deutschlands, aber auch jene Bewohner der industriell hochentwickelten Länder – also alle in Europa, Rußland, Nordamerika, China etc.: Wir vor allem sind schuld daran, dass es unserem schönen, blauen Planeten immer schlechter geht. Wir betreiben seine Ausbeutung – schlimmer denn je. Heuer fiel der German Overshot Day – der Erderschöpfungstag für Deutschland – bereits auf den 5. Mai laut Berechnungen des „Global Footprint Network“. Und das heißt: Wir Deutschen haben an diesem Tag – also vor weit über zwei Monaten – die gesamten natürlichen, in einem Jahr regenerativen (natürlich nachwachsenden) Ressourcen verbraucht. Deutschland steht an 5. Stelle im Ranking der gnadenlosen Zerstörer unseres Globus: Wir bräuchten eigentlich – wie auch Frankreich – 2,9 Erden, so verschwenderisch agieren wir. Und es sind vor allem die westlichen Industriestaaten: die USA – sind die Spitze und verbrauchen, als hätten sie 5 Globen zur Verfügung, gefolgt von Australien, als hätten man 4,5 Globen zum Ausbeuten. Nr. 3 in der Riege ist Russland: sie agieren als hätten sie 3,33 Globen zum Ausbeuten. Und auch wir handeln letztlich nicht anders: mit 2,9 Globen – wir verhalten uns nach dem Motto: „Nach uns die Sintflut!“ Doch inzwischen sind auch die Kinder aufgestanden – und sagen, wir, die Väter und Großväter, die Mütter und Großmütter seien Schuld mit unserer Gier nach noch mehr, mehr, mehr.

Warnungen gibt es seit langem
Bereits seit 2002 wird immer wieder gewarnt – es kann also niemand sagen, er habe noch nie davon gehört. Hinzu kommt, dass offensichtlich weder Politik noch die Menschen bislang bereit sind, sich zu mäßigen – im Gegenteil: Das „immer mehr haben wollen“ gilt als berechtigter Anspruch der Gesellschaft an die Politik: Wirtschaftswachstum ist das magische Stichwort, das angeblich die Bevölkerung glücklich mache – koste es den Globus auch das Leben. Tatsache aber ist: Es gibt kein einklagbares Recht auf ein Mehr!

Die Politik – leider kein Vorbild
Natürlich ist das AUS für die noch aktiven 6 Atomkraftwerke – heuer (3) und bis Ende 2023 auch die letzten 3 – ein Vorteil im Hinblick auf die Sicherheit der Menschen und der Landschaften. Stattdessen müssen aber noch mehr Elektroenergie erzeugende Kraftwerke gebaut werden: Sie heißen Windkraft-Anlagen – und auch sie verschlingen gewaltige Mengen Stahl, Beton, Holz, Kunststoffe – je nach Bauart. Durchaus kontraproduktiv sind auch E-Autos. Sie erfordern neben den begrenzten Seltenen Erden gewaltige Mengen Strom und eine gewaltige Menge Ladesäulen mit ihren Leitungen, die wiederum große Mengen Kabel erfordern – alles Dinge, die nicht vorhanden sind. Nicht nur die Kosten dafür sind gewaltig, sondern noch gewaltiger ist dadurch die weitere Ausbeutung unseres Planeten.

Die Zukunft liegt nicht im MEHR, sie verlangt ein WENIGER
Längst gibt es dazu eine Fülle von Literatur – aber auch von guten Beispielen: Von Menschen, die lieber gehen als selbst fahren – zumindest bei kürzeren Strecken, die lieber wandern als durch die Landschaft brausen, die ihr altes Autos weiter fahren, statt sich eines der neuesten zu leisten, die öffentlichen Nahverkehr nutzen, statt selbst zu fahren. Menschen, die möglichst nur ökologisch Erzeugtes einkaufen, auch wenn’s etwas teurer ist. Nicht immer das Neueste haben müssen, sondern Gebrauchtes weiter nutzen, es reparieren lassen, wenn’s nötig ist. Nur Geld für Qualität ausgeben, statt für Quantität. Keine Flugreisen oder gar Kreuzfahrt-Schiffsreisen buchen. Nicht die ganze Welt sehen wollen, sondern die nähere und fernere Umgebung – und das zu Fuß oder per Muskelkraft mit dem Fahrrad erkunden. Dabei stärkt man die eigene Gesundheit – ganz ohne Medizin. Im eigenen Garten ein Beet anlegen für eigenes Gemüse und Obststräucher, manche blühen im Frühjahr auch noch schön.

Zwingend ist ein Umdenken, sollen unsere Kinder und Kindeskinder eine Zukunft haben. Das Wachstumdenken hat ausgedient. Schon 2010 veröffentlichte Meinhard Miegel (Vorstandsvorsitzender des „Denkwerk Zukunft. Stiftung kulturelle Erneuerung“) das Buch EXITWohlstand ohne Wachstum. Weltweit hat die junge Schwedin Greta Thunberg mit ihren Aktivitäten die Menschen aufgerüttelt und vor allem die junge Generation moblilisiert. Seitdem gibt es bei vielen, meist jungen Menschen eine Sensibilität hinsichtlich dem Verhalten vor allem der Industrieländer mit ihrem ungebrochenen Willen zur Vernichtung unwiederbringlicher Ressourcen. So bleibt z.B. das CDU/CSU-Wahlprogramm für die kommenden Jahre ganz im Ungefähren beim Klimaschutz – ganz im Gegensatz zu den Grünen. Hingegen wollen CDU/CSU vor allem die Wirtschaft entlasten – alles im Hinblick auf weiteres Wachstum. Ein aus meiner Sicht kontra-produktives Ziel für den schon heute überforderten Globus – unseren einzigen Globus.

Text: Hans-Werner Bunz, Foto: Helga Bunz: Die Schönheit unserer Landschaft

Veröffentlicht von hwbunz

Als professioneller Texter sind meine Themen: 1. Die Mitwelt, das sind wir Menschen in der damit verbundenen Naturvielfalt. Dazu gehören unsere Verhaltensweisen und unsere Aktivitäten zum Schaden wie zum Nutzen der Ökosysteme und ihrer Vielfalt. Dieses Spektrum umfasst Politik, Gesellschaft und Wirtschaft. 2. Regionale Ess- und Lebensmittelkultur. Methoden der Lebensmittelerzeugung und der Lebensmittelnutzung. Die ethischen Grundlagen. Genuss und Lebensfreude. 3. Zivilisiertheit, also Bildung, Benehmen und Bewusstheit für Kulturerbe; Sinn für gutes Deutsch, Toleranz und sachliche Diskussionskultur. 4. Verantwortung übernehmen: die Mitwelt - wir Menschen sind ein Teil davon - schützen durch Achtsamkeit. Was letztlich heißt, sich selbst zurücknehmen.

3 Kommentare zu „Mehr Wirtschaftswachstum! Bedrohlich für den Planeten. Und besonders für uns!

  1. Diesen Planeten juckt das herzlich wenig. Arten kommen und gehen. Der Homo sapiens ist nur eine davon. Also bitte keine Selbstanmassung. Die Erde wird auch noch in Hunderten von Millionen von Jahren existieren. Nur das Leben auf ihr wird anders aussehen. Was ist das Problem?

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